Montag, 26. August 2019

Erkenntnisse eines heißen Sommers



Lange lange ist es wieder her, da gab es hier News. Doch nun ist es wieder mal soweit, um den Blog nicht ganz in der Versenkung verschwinden zu lassen. Ein Update ist nötig. Ob dafür Bedarf ist, sei dahingestellt. In Zeiten, wo Social Media überkocht, jeder Disco-Move auf Kanälen gezeigt wird und man unzählige Trainingsgurus ohne Meisterprüfung verfolgen kann, gar nicht so zwingend! Aber das sind meine Erkenntnisse des bisher heißen Sommers:

1) Systemwechsel: Ich habe hier schon berichtet, dass sich der Fokus meines Trainingslebens etwas verlagert hat. Weg von (zu viel) purem Krafttraining, hin zu vermehrtem Ausdauerfokus. Bislang hab ich das noch keine Sekunde bereut. Krafttraining an sich ist und bleibt aber fundamental und liegt natürlich nicht komplett brach. Wäre auch nicht sinnvoll. Ohne starken Körper keine starken Leistungen, egal was. Aber Langhantel und Co., so wertvoll diese sind beizeiten, sind dafür derzeit kaum gebracht. Es langen auch die guten alten Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Sie bekommen einem auch besser, wenn wo anders das Volumen hoch ist. Aber witzigerweise vor wenigen Wochen mal angetestet, was noch ging. Kreuzheben mit dem doppelten Körpergewicht (180 kg) auf fünf Wiederholungen ist nach wie vor drin. Zeigt einem auch: so schnell geht das Erarbeitete nicht weg, auch wenn einem das immer suggeriert wird.

2) No-pain-no-gain-Mentalität: Die wird einem heute auch immer wieder vorgelebt von den vielen vielen Online-Stars. Doch ist sie wirklich nötig? Meine Meinung: nein! Viele zerstören ihren Körper damit langfristig, doch davon liest man nirgendwo. Der Trainer Andrew Read (auf Facebook leicht zu finden) ist hierfür seit Jahren ein guter Warner! Aber auch ich selbst spüre, dass man seinen Körper auch sanft dazu zwingen kann, zu adaptieren und Fortschritte zu machen. Die besten meiner wohl gesamten Karriere in punkto Ausdauer machte ich die letzten Monate mit der 180-Formel der "Maffetone-Methode" (https://muehelos-laufen.de/die-maffetone-methode/). Und diese tut nicht weh. Von einer Verletzung, aber nicht daraus resultierend, blieb ich zuletzt dennoch nicht gefeit. Nach einem Sturz machte mir die Supraspinatus-Sehne (angerissen) zu schaffen. Doch auch hier kam eine schnelle (schneller als vorgegeben) Heilung zu stande. Ich führe das auf gute Tipps von Experten wie meinen Freunden Oliver und Thomas und einiger erfahrener Ärzte zurück. Den Heilkreislauf einhalten und schon geht es dahin. Ein wertvoller Blogpost hierfür ist auch der hier: https://www.strengthfirst.de/ernaehrung-bei-verletzungen-crash-kurs/. Collagen steht bei mir täglich am Menü. Wichtig hierfür aber auch: auch die Reha muss passen damit!


3) Projekte: Ich habe diesen Sommer einige lässige Sport-Abenteuer erlebt. Habe erstmalig den Goßglockner, Österreichs höchsten Berg, mit dem Rad erklommen. Dazu erneut das Kitzbüheler Horn, einen der steilsten Anstiege Mitteleuropas. Diesmal sogar bis zur Senderstation ganz oben. Tat richtig weh diese bis zu 25 % steilen Rampen rauf. Dann bin ich mit Kollege Thomas den Ostwander-Weg am Attersee gegangen und gelaufen. Fast 40 Kilometer, dazu über 1500 Höhenmeter. Als Vorbereitung für ein Projekt, dass am kommenden Wochenende ansteht. Der Karwendelmarsch über 52 km und 2300 hm. Das wird über Königsprojekt diesen Sommer. Und wir haben gemeinsam davor vor zwei Wochen auch ein weiteres in trockene Tücher gebracht. Den Bodensee-Königssee-Radweg von München nach Salzburg sind wir in zwei Tagen (statt fünf ausgeschriebener Etappen) gefahren auf zwei Rädern, 270 Kilometer und es war jede Sekunde wert durch das schöne Bayern zu tuckern im Schweiße des Angesichts. Nicht nur körperlich schulen einen solche Herausforderungen, auch der Geist wird dadurch stärker! Schon bei solchen Aktionen auch die Kameradschaft. Gute Trainingspartner sind selten. Viele brechen weg oder verlagern ihre Interessen, nur wenige ziehen wirklich mit langfristig! Thomas ist ein "partner in crime", was immer wir auch aushecken. Obwohl er viele Kilometer von mir weg wohnt, finden wir mit unseren Aktionen immer wieder zusammen! Neben dem Rad habe ich vor einigen Wochen auch vermehrt zu Laufen begonnen. Siehe Maffetone-Methode. Mache dabei gute Fortschritte. Erst letzten Freitag als Training einfach so mal 23 Kilometer heruntergedreht. Als weitere Vorbereitung auf das Karwendel. Vor einigen Monaten hätte ich bei solchen Distanzen jedem den Vogel gezeigt. Jetzt ist es normal. Auch der Skiroller, ein hochgeschätztes Trainingsmittel der Skilangläufer, leistet mir immer wieder tolle Dienste. Eine Stunde im Doppelstockschub durch welliges Gelände - da braucht es kein zusätzliches Oberkörper-Krafttraining mehr. Obendrein auch technisch fordernd dieser Sport.

4) Besuche: Auch Mentor Steve Maxwell suchte mich im Juni wieder heim, es war wie immer faszinierend, was er immer alles an Themen mitbringt.

More to come, es bleibt ein weiterhin heißer (Spät)sommer,

Dominik