Montag, 28. Januar 2019

Endlich wieder ein Blog - der Richtungswechsel

Sodala, eine Menge Wasser ist den Bach runtergeronnen, seit ich das letzte Mal hier einen Blogpost gesetzt habe. Angestiftet durch meinen Kumpel Thomas Wulff von www.trainingsnomaden.de habe auch ich mich wieder entschlossen, hier aktiv zu werden. Es hat Veränderungen gegeben, vor allem was das Training bzw. dessen Ausrichtung betrifft. Um nicht zu sagen, einen Richtungswechsel.

Hin wieder zu vermehrten Outdoor-Aktivitäten, back to the roots quasi, in die Natur. Und das mit vermehrtem Fokus auf Ausdauersport. Ich habe im Juli 2017 mit dem Rennradfahren angefangen. Teils um zu pendeln, teils auch um Ecken in meiner Heimat kennenzulernen, die ich vorher nicht kannte. Schnell kamen im ersten Halbjahr 2500 Kilometer noch zusammen. 2018 hat sich das ganze intensiviert, der Tacho blieb bei über 5000 km stehen. Tendenz stark steigend. Weil mittlerweile auch ein Mountainbike zum alten, ausrangierten Rennrad dazu kam. Und ein neuer, wenn auch höchst günstiger (600 Euronen) Renner. Reicht völlig. Wie sagte mal ein Tour-Champion: "Es ist nicht dein 10.000-Dollar-Rad, es sind deine 100-Dollar-Beine, die nicht reichen...!" :-)

Nun im Winter habe ich auch den Skilanglauf nach Jahren der Abstinenz begonnen erneut, auch dank Anstiftung von Kollege Thomas und meinem Garmischer Vorbild Dieter. Und ich muss sagen, jede Minute ist ein Gewinn. Massiv harter, intensiver, aber befruchtender Sport. Ganzkörperlich fordernd! Sollte mal ausprobiert werden. Ich erhalte mir damit nun die Kondition für die wärmeren Jahreszeiten, wenn endlich wieder mehr Sattelzeit möglich ist.

Krafttraining mache ich natürlich auch noch. Ohne, wäre ein Fehler. Man muss es global wichtig sehen. Um gesund alt zu werden.



Ich habe auch einen weiteren "Mentor". Sepp, eine 72-jährige Maschine. Vollblut-Sportler. Hat mit Mitte 40 nach Jahren des Fussballs und Laufsport mit dem Radfahren begonnen. Ist mittlerweile mehrfacher Staatsmeister in seiner Altersklasse, Gewinner vieler Rennen. 2018 ist er mit drei Kollegen nun das berühmt-berüchtigte "Race across America" gefahren, 5000 Kilometer per Rad von West nach Ost. Heftigst! Er ist ein Beispiel, dass man auch spätberufen viel erreichen kann. Und es vor allem bis ins hohe Alter machen kann. Und er ist kein Einsiedler, hat Familie, erwachsene Kinder und Enkel. Also keineswegs ein Sportnarr.

Hier das Pensum, dass er etwa letzte Woche erfüllte.

- Montag: Tägliche Gymnastik, Zirkeltraining mit Radkollegen am Abend
- Dienstag: Tägliche Gymnastik
- Mittwoch: Österreichische Meisterschaft Langlauf der Masters in Tirol - Sieg in seiner Altersklasse über 10  km klassisch
- Donnerstag: 20 km Langlauf am Tag nach dem Wettkampf
- Freitag: Tägliche Gymnastik, 2h Grundlagenausdauer auf dem Radergometer
- Samstag: Tägliche Gymnastik, Intervalle auf dem Radergometer
- Sonntag: Tägliche Gymnastik, 10 km Langlauf mit mir

Solche Sachen macht der Woche für Woche. Wie ein Uhrwerk. Ackert und rostet damit nicht. Ernährt sich ohne Hexereien, hört auf den Körper und macht keine Dummheiten, was Alkohol oder sonstige Laster betrifft. Simpel!

Klar, jeder Berufstätige mit kleinen Kindern, kann das wohl nicht ganz nachmachen. Aber er kann sich ein Beispiel nehmen. Reinzwicken kann man irgendwas immer. Viele jammern über zu wenig Zeit. Und verbringen viele viele Minuten am Tag mit Sachen, die vielleicht nicht sein müssten. Es gilt, Prioritäten zu setzen. Eine Minute Wandsitz und eine Minute Plank bei jedem Klogang in der Arbeit können Wunder wirken, wenn man sowas regelmässig macht. Nur als Beispiel. Oder 20 Liegestütze. Oder die Treppen in der Arbeit nehmen und nicht den Lift. Lauter einfache Dinge, die nur in den Alltag integriert werden müssen. Regelmässigkeit. Beständigkeit. Das ist das, was Sepp seit Jahren macht. Und damit massiv Erfolge einfährt. Auch er war mal berufstätig und hat damals seine Sportaktivitäten einfach rundherum gebastelt, als die Kinder klein waren. Hat, wie er erzählte, oft dann auch mal spätabends oder frühmorgens eine Einheit abgespult.

Übrigens: Ich habe auch Bluttests wieder mal machen lassen. Vollblutanalyse. Und ich hatte nie bessere Werte als jetzt. Scheinbar hat das vermehrte aerobe Training auch hier gut angerührt. Mal sehen, was noch kommt. Für heuer sind auch mal Wettkämpfe geplant. Aber nur für mich selber, ohne Platzierungsdruck. Einfach, um sich ein wenig zu fordern.

Ich werde berichten! Haut rein,

Dominik