Montag, 6. März 2017

Ein lohnendes Experiment


In einer Zeit, wo vieles auf Maximierung ausgerichtet ist, tut der Weg retour zu etwas Minimalen, das aber sehr gewinnträchtig ist, gut. Auch wenn es vielen von uns schwer fällt...

Ich war letzte Woche selbst überrascht, als ich ohne spezielles Hintrainieren darauf die 40-kg-Kettlebell links und rechts jeweils einmal strikt drücken konnte. Schnell war aber der Grund dafür ausgemacht.

Pavels Programm "Simple&Sinister" begleitet mich seit einigen Monaten stetig im Training und macht den Hauptteil meiner Arbeit aus. Mit teilweise sensationellen Erfolgen. Und den "What the hell"-Effekt, von dem Kettlebeller gerne oft sprechen, also dem überraschenden Übertrag auf vielerlei andere Dinge (Kreuzheben und Co.) kann ich auch nur unterschreiben.

Das Programm besteht aus "nur" zwei Übungen. Einarmiger Swing und Turkish Get-Up. Zwei hochpotente Kettlebell-Übungen, die so gut wie alles abdecken, was es abzudecken gilt. Pavel hat diese als die Allerbesten der Besten in punkto Eisenkugel-Training herausgefiltert. Ich habe mich langsam und stetig hochgearbeitet. Der "Simple"-Status ist die 32er, "Sinister"-Rang erreicht man, wenn man die 48er, das "Beast", beherrascht. Ein weiter, ein harter aber ein lohnender Weg.

Ich will hier auch gar nicht zu sehr ins Detail eingehen, denn das Programm ist simpel und soll auch so bleiben. Es gibt ein Buch darüber, aber auch hier steht eigentlich alles, was man wissen muss:

http://www.livestrong.com/article/1011808-lazy-guys-simple-strippeddown-kettlebell-routine/

Nun mein eindringlicher Rat und der ist für jeden der Programme mehr wechselt als seine Unterhosen und der einmal einen neuen Kick braucht und der es auch in seinen dicht gedrängten Tagesplan reinbringen will.

Probiert das mal über einen Zeitraum von vier Wochen intensiv aus. Nur die zwei Übungen (und nur diese zwei sowie das Warm-Up und Cool-Down), für das angeschaffte Volumen, nicht mehr, nicht weniger. 4-5mal die Woche. Fangt klein an! Arbeitet euch hoch. Langsam. Aber ihr werdet überrascht sein, was sich in dem Monat alles ändern kann.

Griffkraft wird mehr. Rumpfkraft sowieso. Schmerzende Schultern werden geheilt (saubere Technik und Beherrschen der beiden Übungen vorausgesetzt!!!). Auch die Ausdauer leidet nicht. Ganz im Gegenteil.

Ein Monat ist nicht viel, eigentlich rate ich in Hinblick auf dieses Programm auf viel viel mehr an. Aber einfach mal austesten. Nur diese zwei Übungen. Das nur kann man dann nach diesem Monat getrost streichen. Und man ist vielleicht genauso verliebt wie ich in dieses Programm, das von vielen unterschätzt wird. Aber nur solange, bis man es selbst einmal gemacht hat. Man kann damit halt nicht auf den sozialen Medien so wirklich prahlen (außer man beherrscht die 48er :-)), weil es simpel und einfach jedes Mal das selbe ist. Aber vielleicht ist das grad in Zeiten wie diesen der richtige Weg. Retour zu den Wurzeln, retour zu Stärke, die man nicht davon abhängig macht, wieviele "Likes" man auf Instagram, Facebook und Co. kriegt...

Haut rein. Wer es macht, berichte mir bitte! Unter den Teilnehmern wird ein feiner Preis verlost!

Kommentare:

Michael Flüshöh hat gesagt…

Ich hab nach einiger Zeit mal wieder deinen,wie ich finde, sehr guten, ehrlichen und schnörkellosen Blog besucht und bin mal wieder auf Simple&Sinister gestoßen.

Bei mir ist seit Monaten der Wurm drin, ich hab heut damit angefangen. Sehr klein, da ich aus privaten und gesundheitlichen Gründen wieder bei Null anfange.

Ich lasse dich wissen wie es mit mir weitergeht.

Ich muss aus dem Loch raus. Dringend. Und danke für deinen Blog.

Naturtraining.net hat gesagt…

Servus Michael!

Ich drück dir die Daumen. Hau rein und bleib dran... Es lohnt sich mit diesem Programm allemal.

Danke auch für dein Lob...
Fight on

Michael Flüshöh hat gesagt…

Hallo Dominik,

Ich wollte Dir eine kurze Rückmeldung geben, habe grade meinen Simple and Sinister Workout Nr.16 beendet - und ich fühle mich großartig wie schon lange nicht mehr.

10x10 Schwünge mit der 24er, Get Ups (R+L) 8,8,16,16,16. Der Get Up ist ganz klar meine Schwachstelle, da ich aufgrund meiner Größe und langen Inaktivität deutlich an Gesamtkörperkoordination/Stabilisation/Kraft verloren habe. Links ist dann auch nicht ganz so stark wie rechts.

Aber ich bleib dran. Mein Ziel ist definitiv beides sauber mit der 32er machen zu können.

Und ganz nebenbei, auf der Fibo habe ich nach ein paar Einheiten Schwüngen am Rogue Stand die 92er locker und sauber heben können, was mich unglaublich gefreut hat, da ich echt lange nichts gemacht habe. An einem anderen Stand waren dann aber Schwünge mit einer 48er definitiv noch nicht meine Kragenweite.

Danke für die Inspiration.

Michael Flüshöh hat gesagt…

Ich kann Simple & Sinister jedem nur empfehlen. Ich bin dankbar, dass ich es mache und mich überwinden konnte wieder anzufangen. Ich trainiere regelmässig mit unterschiedlicher Häufigkeit, aber immer zwischen 2 und 6 mal die Woche.

Und für mich hat sich viel getan.

Aktuell bin ich bei 60 2hand Schwüngen und 40 einhändigen (2×10 abwechselnd R und L) in 10 Minuten und die 10 GetUps in 10 Minuten mit 24 kg.

Ich denke bei diesem Gewicht werd ich die nächsten Wochen bleiben bzw auf 16 kg an einigen Tagen runtergehen, da ich in den nächsten Wochen viel Downhill im Bikepark fahren werde. Ich experimentier rum was mir gut tut.

Meine Leistungsfähigkeit hat sich gerade beim Mountainbiken und Straßenrad ordentlich gesteigert.

Ich fühle mich grossartig und gehe trotz einer momentan für mich harten Lebensschule wieder aufrecht.

Danke für die Inspiration.