Dienstag, 21. Februar 2017

No easy way out....


Wie es um unsere Gesellschaft in punkto Fitness steht, sieht man auch am Bahnhof. Was soll das nun? Hier nur ein Beispiel: Wenn der Mensch die Wahl zwischen Rolltreppe und Stiege hat, was nimmt er? Richtig. 80% oder mehr nehmen den leichten Weg. Schon sensationell. Es darf einen einfach auch nicht wundern.

Heutzutage wird man blöd angeschaut, wenn man nicht in diesem Faulheits-Becken mitschwimmt. Im Podcast mit dem schon einmal erwähnten Joe de Sena, dem Gründer der Spartan Races, sagt dieser, dass er auf seine kilometerlangen Spazierwege oft eine 20er-Kettlebell mitschleppt.

Es erinnert mich dieser Tage an meinen fleißigen Trainingskameraden Sebastian. Jungvater. Keine leichte Zeit, wie viele hier sicher wissen. Was tut er, wenn er zum Training kommt zu uns? Er macht das zu Fuß, oft auch mehrere Kilometer, oft abends in der Finsternis. Und schleppt eine Kettlebell auch mit. Oft auch mit einem weiteren Kameraden.

Das der Kerl bei einem Bergmarsch ein horrendes Tempo anlegt, ist auch klar bei den Grundlagen. Und selten Muskelkater habt. Klarerweise bei der Laktatverträglichkeit.

Es zeigt aber auch, dass man sich nicht einfach mit ein bisschen Training die Woche begnügen sollte und sich dann zurücklehnt. Vielmehr ist die Alltagsbewegung das, was einen fitten von einem unfitten Menschen unterscheidet. Dicke Leute sitzen, liegen, rasten, dünne tun das Gegenteil. (genetische Ausnahmen gibt's immer, doch der Stoffwechsel schläft bei jedem einmal ein, wenn er ihn nicht befeuert).

Lasst uns weiter das tun, was nicht unbedingt Mainstream ist! Kontinuierliches Ackern, gleichzeitig auf den Körper horchen. Es geht hier keinesfalls um eine Kultur des sich Vernichtens. Was momentan aufgrund diverser Bewegungen (ich nenne keine Namen) sehr in Mode ist. Dort wird der Körper oft über die Grenzen hinaus niedergemacht. Er macht das brav mit. Früher oder später bricht er aber. Die Dosis macht das Gift. Wer in einem Becken aus Cortisol schwimmt, das er sich durch High-Intensity-Aktionen und Vernichtungs-WOD's anhäuft, der wird dafür seinen Preis zahlen. Junge lachen darüber, aber wie lange?

Dennoch macht es Sinn, seinen Körper zu benutzen. In vernünftigem, aber fordernden Maße. Und hegen und pflegen. Langfristigkeit ist hier immer wieder ein wiederkehrendes Thema. Auch mit 50, 60, 70 wollen wir agil sein und Freude an der Bewegung haben.

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