Montag, 15. August 2016

Crossfit im Aufschwung

Crossfit ist ohne Zweifel die am meisten gewachsene Fitnessbewegung der letzten Jahre. Ich war letzte Woche interessierter Besucher eines großen Bewerbes in meiner Gegend! Was sich da die letzten Jahre getan hat, ist schon phänomenal. Ich kann mich erinnern, wie ich 2008 noch vor einer Handvoll Crossfittern in München ein Kettlebell-Seminar gegeben habe. Mittlerweile ist der Klub mehrere hundert Leute stark. Dass wir bevor das ganze wirklich populär wurde, schon ähnlich trainiert haben (Zirkel, Mischung versch. Trainingsarten), ist auch witzig. Zurück zum Bewerb. Mir sind einige Sachen aufgefallen. Denn was Erfolg hat, wirft auch Schatten. Crossfit musste sich zu Unrecht und Recht mancher Kritik schon aussetzen. Sei es schlampige Übungsausführung oder zweifelhafte Auswahl von Übungen (Olympic Lifts auf hohe Wiederholungen). Doch es gibt auch viel gutes zu sagen und das ist Thema dieses Posts. Mir fällt auf: - Keine andere Bewegung hat die Olympischen Hebeübungen wieder so in den Blickpunkt gerückt wie Crossfit. Das Resultat: viel mehr Heber, viel mehr Teilnehmer bei traditionellen Stemmerveranstaltungen, das Niveau steigt und steigt und es ist kein Ende in Sicht. Weltweit zu beobachtendes Phänomen. Und dank guter Referenten (Toroktiy, Klokov,...), die viele Crossfit-Boxen abgrasen, kommt auch guter Input von außen mittlerweile. Wird spannend. Die USA, jahrelang nur noch Nachläufer im Olympischen Heben, werden glaub ich in ein paar Jahren wieder ein paar Elite-Leute herausbringen.

Beim Wettkampf gut zu sehen war:

  • Die Elite also die Besten dort sind extrem gut austrainiert. Sind lean und haben gute Muskelmasse. Und haben vor allem auch eine sagenhafte Kraftausdauer. Denn die Workouts sind brutal. Auch die Damen sind allessamt Maschinen. Es ist halt ein feiner Grat. Wer überpaced und schlampig arbeitet, wird irgendwann einen (hohen) Preis dafür zahlen.

  • eine Rückkehr zu wirklich guten Cardio-Maschinen. Sprich Rudergerät oder das Assault-Bike (das früher Airdyne hieß). Auch Seilspringen und Co. - alles tausendmal besser als Stepper und Konsorten. Ich habe am Sonntag auch auf der Concept2-Rudermaschine gesessen. Ich sag nur soviel. 400 Meter Läufe sind vom Laktat her keine feine Sache, aber ein 1000 Meter Sprint auf dem Ergometer ist eins der brutalsten Trainingserlebnisse die es gibt.

  • was meiner Meinung nach auch gut ist, ist dass man auch in der Crossfit-Szene immer mehr von Low-Carb und dergleichen wieder abkommt. Ich hab einige Teilnehmer zwischen den Workouts essen sehen und das war nicht in diese Richtung. Für derart glykolitische Einheiten, die vor allem dieses Energiesystem beanspruchen und Kohlenhydrate dafür ein MUSS sind, wäre das mit Low-Carb auch eine schnell einmal problematische Geschichte. Adrenal Burnout und Co. - allesamt aufkommende Sachen, die man dann zu befürchten hat, wenn man dem Körper lange nicht das gibt, was er wirklich braucht.


  • Was mir auch immer gut gefällt, ist bei allem Wettkampf-Charakter der gute Zusammenhalt unter den Leuten. Sei es bei der Organisation solcher (großer) Events, die natürlich auch viele Helfer im Hintergrund brauchen. Und auch unter den Wettkämpfern selbst, die sich gegenseitig anfeuern und pushen. Find ich sehr sehr wichtig und gut! Wir sind nichtsdestotrotz alle eine kleine Gruppe. Denn betrachtet man die Gesellschaft allgemein, sind wir alle Sportbetreibenden mittlerweile große Außenseiter und nur ein kleiner Prozentsatz... Ich bin gespannt was noch alles kommt da in den nächsten Jahren...

Dominik

P.S.: Folgt mir auf www.instagram.com/domifedo - dort poste ich sehr sehr regelmässig! Ich hatte erst letzte Woche Freitag eine nette Einheit mit gleichgesinnten Kameraden. Mit Kettlebells wieder mal einen Berg hinauf. Ein Lungenputzer und Ganzkörper-Workout vom Feinsten. Ein Bericht darüber wird wohl noch folgen...

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