Sonntag, 25. Januar 2015

Die Wissens-Falle oder Karl, der Attackierer

Tagtäglich prasseln "neue" Trainings-Informationen aus dem Internet, Büchern und Co. auf uns ein. Den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen - das erwähnte ich kürzlich schon einmal und Hand aufs Herz, es geht uns wohl allen oft so. Trainer gibt's zu tausenden auf Youtube, sie geben ihr (Nicht)wissen zum Besten und nicht zu selten darf man auch noch ein paar Euros dafür berappen. Dabei trainieren diese Kollegen oft keine 3-4 Jahre selbst...

Karl ist von einem anderen Schlag. "Farmer Karl" wie er genannt wird seit dem Gastspiel von Coach Maxwell.



Der Typ liest weder die hippsten Trainingspläne noch läuft er irgendwelchen Gurus nach. Er macht einfach die Basics. Lässt SEIN Gefühl walten, gibt Gas, wenns geht, lässt locker, wenns mal nicht so läuft. Was aber wirklich selten ist. Meist beißt er auf die Zähne. Jammern hat Seltenheitswert.

Wir haben gestern gemeinsam wieder trainiert, wie so oft die letzten 15 Jahre. Ein Blitzkrieg wie immer. Karl macht wenig Pause zwischen den Sätzen. 30 Sekunden um genau zu sein gestern. Die anderen 30 Sekunden der Minute war Arbeit. Das kann hart werden auf einige Sätze. Wir haben die Arme und Schultern zerlegt in kürzester Zeit. Der Gymboss-Timer ist gnadenlos. Sowas kann eine tolle Abwechslung mal sein.

Wir legen oft viel zu sehr Fokus auf Wiederholungen. Nehmen uns oft eine gewisse Zahl vor, die wir erreichen wollen. Das beschränkt eigentlich. Was ist, wenn wir stattdessen lieber in einem gewissen Zeitfenster Arbeit verrichten. Man konzentriert sich viel mehr auf die einzelne Wiederholung, die Qualität steigt. Karl hatte da wieder einmal intuitiv den richtigen Riecher. War für mich eine super Abwechslung.

Dann zerrte Karl gestern im Fitnessstudio auf einmal noch ein 55 mm dickes Kletter-Seil aus seiner Trainingstasche heraus. Hängt es an die Klimmzugstange und weiter gings mit einem Brutalo-Finisher. Die Jungs, die vorher meist auf ihr Handy gafften in den Satzpausen, schauten ungläubig.

Karl ist das schnuppe. Er zieht sein Ding durch und ist erfolgreich damit. Er hat mit 48 Jahren einen Körper, den viele jüngere gern hätten. Und vor allem ist er eines, was ihn fast noch mehr auszeichnet. Ein Arbeiter, ein bescheidener Kerl dabei und einer, der Taten statt große Worte sprechen lässt.

Obendrein hat er auch Sinn für Humor. Hat ein nettes Video geschnitten von unserem letztwöchigen Besuch im Powerhaus. Die "schwarzhaarige" Dame war stark unterwegs dabei :-)



Einen guten Rest-Sonntag!

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