Sonntag, 30. November 2014

Das gewisse Etwas...

Ich habe seit einigen Wochen einen Kollegen als Trainingspartner, dessen Weg nach oben auch für mich beeindruckend ist. Der Bursche hat bereits einiges an überflüssigem Körperfett verloren. Hat keine übermenschliche Genetik, einfache, solide Grundlagen. Noch immer ist einiges da, was weg muss. Aber ich weiß, dass es das Stück für Stück tut.

WEIL der Kerl eines hat, das viel viel viel mehr wert ist als jedes noch so große Talent, jedes noch so tolle Equipment: er hat die richtige Arbeitseinstellung, er hat den Willen und er investiert hart in mehr Fitness, mehr Wohlbefinden. Die meisten Tage der Woche Low-Carb unterwegs zu sein, dennoch am Limit zu trainieren und alte Ernährungs- und Essgewohnheiten über Bord zu werfen, ist alles andere als einfach. Aber er tuts, Tag für Tag. Weil er merkt, dass es es wert ist. Dass es ihn voranbringt. Was für ein gutes Gefühl, wenn man auf einmal Muskeln an sich spürt, die vorher im Dornröschenschlaf waren. Das gibt Motivation. Dennoch brechen oft viele Weg. Suchen Ausreden, warum nichts vorangeht. Dabei fehlt es einfach an folgendem: harte Einstellung gegen sich selbst. Immer dabei aber einen Grundsatz beachten, denn mir Ercan Demir mitgab: "Nicht gegen sich trainieren, sondern für sich." Aber das mit dem gewissen Maß an Intensität!

Wir arbeiten an einer kleinen Zahl an Grundübungen. Die sind es, die ausschlaggebend sind. Nicht das Volumen-Blitz-Programm mit tausenden Übungen, tausenden Trainingsgeräten und den neuesten Hypes und Trends. Die gute alte Langhantel und das eigene Körpergewicht. Das funktioniert seit Jahrzehnten. Und hat alle Neuheiten noch überdauert!

Dinge wie Kreuzheben, Umsetzen&Drücken, Kniebeugen, Rudern, Bankdrücken und Konsorten. Auf Dinge wie Klimmzüge arbeiten wir hin. Das sind die Money-Movements für ihn. Damit zahlt er bestens auf sein neuerrichtetes Fitnesskonto ein. Jeden Tag ein paar Cent. Herauskommt neuer Reichtum, der ihn glücklich macht. Mehr wahrscheinlich als vieles Geld der Welt. In einer konsumorentierten Gesellschaft vergessen nämlich neben Werten wie Familie auch oft auf eines: die eigene Gesundheit und den gesunden, starken Körper.

Tausende Wege führen zu ihm, aber man muss diese Wege begehen. Wie beginnt man sie. Mit dem ersten Schritt. Und dann vielen weiteren. Aber man muss sie gehen. Auch wenn sie einem oft nicht auffallen. Wert hart und bedächtig an sich arbeitet, der geht diese Schritte. An einem Tag mehr, an einem anderen vielleicht weniger. Aber wird immer dem voraus sein, der stehenbleibt oder dauernd Pause macht.

Auch mein Kollege könnte tausende Ausreden gelten lassen. Tut er aber nicht. Er hat ein ganz klares Ziel vor Augen. Ich werde ihm dabei helfen, dass er es erreicht. Weil es auch mich dabei stärkt.

Einen guten Rest-Sonntag!

Montag, 17. November 2014

Ein außergewöhnlicher Champion


Es gibt Champions und es gibt außergewöhnliche Champions. Martin Wildauer ist nun einer von ihnen. Er gewann am Wochenende in Malaysia sensationell die Strongman Champions League.

Und das mit gerissener Achillessehne. Wer weiß, wie schmerzhaft so eine Verletzung ist, der weiß, was das bedeutet. Und wer weiß, wie knallhart Strongman-Disziplinen an sich schon sind, schätzt das noch umso mehr.

Eine wahre Heldengeschichte, aber man lese hier selbst, es lohnt sich: http://www.ironmind.com/ironmind/opencms/Articles/2014/Nov/SCL_Kuala_Lumpur_and_World_Championships.html

Ich ziehe den Hut vor dem "Wuidara". Absoluter Hammer...

Freitag, 14. November 2014

Die unbekannten Könige


Typen wie Joe Kinney heischen nicht nach Aufmerksamkeit. Haben keinen Youtube-Channel, wo sie täglich mehrere Videos veröffentlichen und man sie dabei fast bis aufs Klo mitverfolgen darf. Pseudowissenschaftliche Erklärungen zum Thema Training, Ernährung und Co. inklusive...

Typen wie er trainieren hart, bringen außergewöhnliche Leistungen, aber nur wenige bekommen es mit. Der Kerl war der erste, der den Ironmind-Gripper No. 4 schließen konnte. Eine Ausnahme-Leistung. Die sie bis heute geblieben ist. Typen wie er trainieren mit "primitiven" Mitteln. Das dafür intensiv.

Kinney hatte in seinem Garten ein einfaches "Squat Rack". Zwei Bäume, darin zwei Eisennägel. Darauf platziert seine "Langhantel". Eine selbstgeschweißte mit Betongewichten (siehe Bild). Dennoch war und ist er damit stärker geworden als viele, die heute auf dicke Hose machen und glauben, alle Wege führen nach Rom. Tun sie nicht. Was am Ende zählt, ist die harte Arbeit, die man investiert. Ob das nun Training mit dem eigenen Körpergewicht, mit selbstgebauten Geräten oder einer Eleiko-Hochglanzhantel ist. Unter dem Strich bringt der Außergewöhnliches zustande, der imstande ist, das beste aus seinen Möglichkeiten rauszuholen. Koste es, was es wolle.

Nur davon reden oder zu träumen, ist zu wenig. Kompromissloses Tun ist am Ende das, was den Unterschied macht.

(Erfolgs)-Geschichten wie die von Kinney gibt es nachzulesen. Im höchst empfehlenswerten Milo-Magazin von Ironmind. Erscheint seit Jahren, viermal im Jahr. Themen, die fernab des Mainstreams sind. Über die Strongman-Szene, Olympisches Gewichtheben und und und. Artikel von Hardcore-Leuten wie Dr. Ken Leistner und weiteren exzellenten Schreibern. Die Magazine in den Zeitungsständen zum Thema Training sind heute großteils Schrott. Doch es gibt wie Milo beweist, Ausnahmen.

Ein gutes Wochenende. Eine weitere Fahrt zum Powerhaus steht an für eine Trainings-Attacke. Eines der letzten richtigen Gyms im bayrisch-österreichischen Raum. Ein Interview mit dem Besitzer ist für www.power-quest.cc übrigens in Vorbereitung...

P.S.: Danke an meinen Kärntner Kollegen Thomas für die "Get a Grip"-DVD von Joe Kinney.

Dienstag, 11. November 2014

Ein legendäres Oktoberfest...


Höchst professionell war das, was Thomas Wulff und Karl Humer (nicht Hummer :-)) vor kurzem gemacht haben. Ein kleiner Nachgeschmack, für alle, die es versäumt haben:

https://www.dropbox.com/s/hrb2u4w9nh4hxt2/Trainingsnomaden%20Oktoberfest%202014%20.mp4?dl=0

Ich hab ihm von Christian Müller geschnittenen Video auch ne kleine Nebenrolle gehabt, da ich dort auf Besuch auch war. Und zu meiner Überraschung unter anderem 27 Ring-Dips raushauen konnte. Volle Streckung, Brust berührt Ringe unten. Also keine halben Sachen. Hatte noch Luft für 2-3 mehr, aber die Schulter gehört derzeit geschont.

Für weitere kommende Angriffe. Stay tuned...

Dienstag, 4. November 2014

Jeder kann von jedem lernen


"Jeder kann von jedem etwas lernen."

Ein Satz der mir von vergangenem Freitag hängen geblieben ist. Gesagt von Ercan Demir. Ehemaligem Bodybuilding-Weltmeister. Eine Fix-Größe in München in der Ehrengutstraße, sein Gym über die Grenzen bekannt. Harter Arbeiter, ehrlicher, bodenständiger Kerl.

Kollege Janis und ich waren auf ein Training bei ihm, wir konnten in der Tat viel von ihm lernen.

Ich respektiere jede Sportart, jede Trainingsrichtung, schaue mir viel ab von vielem. Denn viele denken zu einseitig. Denken zu einspurig.

Vor zwei Wochen hab ich als Besucher einem Ernährungsvortrag bei Crossfit gelauscht. War interessiert, der Referent klang kompetent. Aber wie es halt so war: ein paar Scherzchen der Teilnehmer zum Thema Bodybuilding waren auch dabei. "Disco-Curler" und und und. Jeder kennt diese Sätze. Einigen hätte ich eine gemeinsame Trainingseinheit mit Ercan gegönnt. Ihnen wäre der Arsch aufgerissen worden, die Welt des Bodybuilding besteht aus mehr als nur Curls. Der Arsch wurde auch mir aufgerissen. Mit für mich ungewohntem Training.

Gleichzeitig nehmen sich viele Bodybuilder auch Anleihen aus anderen Sportarten. Und das ist gut so.

Einseitigkeit und dogmatisches Denken bringt einen irgendwie nur schleppend voran beziehungsweise gleicht es oft eher sogar einem Rückmarsch. Doch es gibt viele erfreuliche Ausnahmen. Nicht anders ist es zu erklären, dass etwa das große und erfolgreiche Crossfit München meine Kollegen Oliver Klettner und Thomas Wulff für zwei Seminare gebucht hat. Weil sie im Bereich BWE einfach Ausnahmekönner sind. Auch sie wollen von ihnen lernen. Und das zu einem Bruchteil des Preises von heutzutage selbsternannten "Guru-Trainern".

Gleichzeitig sind solche Begegnungen auch immer wieder die Chance, selbst etwas zu lernen. Steve Maxwell sagte einmal zu mir frei übersetzt: "Bei noch jedem Seminar lernte ich selbst einige neue Sachen dazu". Das sagt einer, der 45 Trainerjahre am Buckel selbst hat. Was können wir dazu sagen?