Montag, 6. Januar 2014

Die Umkehrfrage


Es gab zu jeder Zeit seine Feinde. In den 90ern begann man, das Fett zu verdammen. Nun wendet sich das Blatt und auf einmal sind Kohlenhydrate das Böse. Doch das ist zu viel Schwarzweiß-Malerei. Es ist ein Unterschied zwischen gesundem Fett von Kokosöl und in Transfett schwimmenden Pommes. Genauso ist ein Unterschied zwischen Haferflocken und Chips. Darin sind wir uns denke ich alle einig.

Paleo, Steinzeitdiät und und und liest man nun gerne, die Bücher erfreuen sich auch wegen der guten Neujahrsvorsätze vieler steigenden Absatzes. Für enorm übergewichtige Leute und welche, die gerade erstmals nach jahrelangem Mißbrauch ihrer geliebten Couch entfliehen wollen - sicher eine gute Sache, weil endlich wieder gute Ernährungsgewohnheiten trainiert werden damit. ABER: nicht für ernsthaft trainierende Athleten.

Der Steinzeit-Mensch -  er wird heute vielfach glorifiziert. Ein toller Jäger, ein gesunder Esser und und und sei er gewesen! Das er meist keine 40 Jahre alt wurde, an Mineralstoff-Mangel litt und vielfach spindeldürr war, das sagen dann die wenigsten dazu.

Und noch eine Frage stelle ich. Hätten die Kollegen Neanderthaler oder der Kollege Ötzi damals die Möglichkeit gehabt, sich die Errungenschaften neuerer Ernährungserkenntnisse zu Nutze zu machen, sie hätten es wohl mit Sicherheit getan. Eine Kelle Molkenprotein mit einer reifen Banane nach dem Jagen - und zack. Am nächsten Tag ist der Kerl schneller wieder auf den Beinen, kann früher jagen gehen, ist schneller und tödlicher.

Ein vielleicht überzeichnetes Bild von Post-Workout-Ernährung auf eine andere Zeit umgelegt. Aber was ich damit sagen will, ist ganz klar. Es ist leicht, alles zu verteufeln. Es ist aber viel sinnvoller, wenn man sich die effektiven und wirksamen Sachen herauspickt und anwendet. Und die sinnlosen Dinge und die, die einen der gesunde Menschenverstand sagt, lässt. Das Pommes vor, nach dem Training oder überhaupt nicht unbedingt Sportler-Ernährung sind, sollte klar sein.

Weil die Menschheit aber dazu neigt, zu Generalisierungen zu neigen, wird schnell was verdammt. Das man aber einen Couch-Potato nicht mit einem Athleten vergleichen soll, das sollte hier mal wieder gesagt sein. Weshalb wir auch nicht zur Norm gehören. Und wohl auch nicht gehören wollen.

Ein Steve Reeves, ein John Grimek. Allessamt bewunderswerte Athleten, die in einer Zeit, wo es weniger gab, einen in Stein gemeißelten Körper entwickelten, einen der enorm leistungsfähig war. Aber lasst uns raten: Hätte es damals vielleicht schon so etwas wie Kreatin gegeben oder Molkenprotein, sie hätten es sich sicher auch zu Nutze gemacht, weil der Aufbau noch besser von statten gegangen wäre. Oder eine Trapbar, weil damit Kreuzheben und Kniebeugen toll vereint werden und das Training bereichert worden wäre damit. Und nebenher noch gesagt: Dass die Kerle ihre Körper auch dank einer guten Mischung aus Eiweiß, Fett SOWIE Kohlenhydraten aufgebaut haben, ja, das hört so mancher Steinzeit-Esser heute nicht so gerne...

Das ist auch kein Hoch auf die Nahrungsmittel-Chemie oder sonstwas. Denn ich bin nach wie vor fest der Meinung, mit guten, hochwertigen, "lebendigen" Nahrungsmitteln deckt man das meiste gut ab. Aber: wie immer will ich keine Generalisierungen. Nur als Beispiel: Ich merke, dass mir Magnesium- und Zink-Supplementierung vor dem Schlafen ungemein gut tut. Oder Molke vor und nach dem Training. Und und und. Ich mache mir das Beste zu nutze. Weil wir filtern sollten. Zwischen dem was gut ist und vielleicht verteufelt wird. Und dem was schlecht ist und glorifiziert grade wird. Die Zeiten ändern sich nämlich schnell. Und dann ist oft Böse, was einmal gut war. Und umgekehrt. Aber wer intelligent handelt, weiß, das dem nicht so ist...

In strength&health,

Dominik

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