Mittwoch, 18. September 2013

Meine Teilnahme an der Bavariade, Teil II, Erfahrungen

So, nach ganz gutem Muskelkater (ja solche Maximalversuche fordern schon sehr) von der Bavariade will ich ein paar Erfahrungen teilen, die jedermann/frau helfen können eventuell.

- Mentales: Fokussieren, schon die Tage und Wochen davor, ist wichtig. Sich immer wieder in den Wettkampf hineinfühlen, quasi autogenes Training. Frank Zane schrieb einem seiner Bücher darüber, wie er sich schon vor dem Mr. Olympia immer wieder den Wettkampf vorstellte und sein Tun genau durchging. Meist tat ich das in der Früh bei meinen morgendlichen Spaziergängen. Mir passierte am Wettkampftag auch ein Missgeschick. Beim Umziehen zerbrach eine Glasflasche, meine gesamte Sporttasche war voller Zitronenwasser mit Honig (eigentlich mein "Natur-Energy-Drink a la Steve Reeves" für den Tag). Vieles wurde nass, auch meine Kleidung. Dennoch blieb ich ruhig und gelassen. Ich hätte nur unnötige Energie vergeudet. Ich war auch auf solche Sachen vorbereitet. Auch das Zuschauen und Anfeuern anderer Teilnehmer gehörte dazu. Dennoch hab ich mich vor meinen Versuchen abgekapselt kurz ein paar Minuten. Das half weitere Spannung und Fokus aufzubauen.

- "Hungriger Wolf": Jürgen Reis sagte mir das mal in einem Gespräch. Jürgen ist ein erfahrener Haudegen, was Wettkämpfe betrifft und ich holte mir deshalb auch ein paar Tipps von ihm vor der Bavariade. Ein Rat war sehr sehr gut: Am Vorabend des Wettkampfs nach Gefühl essen, aber eher auf der niederkalorischen Seite bleiben. Also nicht "laden" oder vollstopfen, wie viele annehmen würden. Es war der richtige Rat. Denn auch wenn der Wettkampftag lange war. Ich fühlte mich immer bissig und aggressiv, was auch mit dem Wenig-Essen zusammenhing. Nach dem Wettkampf gabs dann umso mehr "Belohnungen". Das Timing ist einfach entscheidend.

- Disziplinen: Einige der ausgetragenen Disziplinen beim Wettkampf waren natürlich schwer zu simulieren im Training davor. Der Baumstamm von Gregor kam erst eine Woche vor der Bavariade. Auch Autoziehen tut man eher selten. Und eine solche Scheibtruhe hat man auch nicht alle Tage zur Verfügung. Ich bin ehrlicherweise auch nicht wirklich viel gehangelt die letzten Wochen, doch dennoch habe ich vielerlei Übungen in meinem Training, die einen sehr sehr gut für solche Wettkämpfe wappnen. Für den Liegestütz-Contest, den ich für mich überraschend gewinnen konnte, hatte ich mich ebenfalls nicht speziell vorbereitet. Nur eines hatte ich jede Woche immer gemacht. 100 tiefe Wiederholungen auf so wenige Sätze und in so schneller Zeit wie möglich mit der 10-kg-Gewichtsweste. Ich konnte mich da kontinuerlich von der Zeit herunter arbeiten. Kraftausdauer, das Liebkind von meinem bewährten Trainingsmentor Karl Humer, war entscheidend bei dieser Geschichte.

- Anreise: Wir hatten von allen Teilnehmern auch die mit Abstand wohl weiteste Anreise zu verkraften. Doch wir waren überpünktlich als eine der ersten da, somit konnte viel Hektik vermieden werden. Stress ist ein absoluter Leistungskiller.

Hier mein Klimmzug-Versuch auch noch, nach vier vorangegangenen Dingen nicht mehr so einfach wie wenn man frisch zur Sache geht:



P.S.: Danke an alle, die mir Glückwünsche geschickt haben!

1 Kommentar:

Chinner hat gesagt…

Wow....sehr beeindruckender Satz, den Du da bei den Klimmzügen rausgehauen hast! Hammerhart. Glückwunsch nochmal von meiner Seite!