Freitag, 7. September 2012

Das Zentrum der Kraft



Das Zentrum der Kraft des Körper - nein, liegt nicht in den Armen oder der Brust. Es liegt in den Hüften, dem Hintern (Gluteen), hinteren Oberschenkeln und dem gesamten Rücken (Erektoren, Lat, Rhomboideen, Trapezmuskel), die sogenannte "hintere Kette" oder auf englisch "posterior chain". Wird heute vielfach vernachlässigt, die meisten unter uns sitzen stundenlang im Büro, in der Schule oder sonstwo. Der Körper ist in verkrümmter, nach vorne gebeugter Haltung. Oben erwähnte Muskeln sind aber maßgeblich verantwortlich dafür, dass wir aber aufrecht unterwegs sind.

Der Mann im Bild oben ist David Rigert, sowjetischer Gewichtheber. Was fällt einem sofort auf? Eine unglaublich dichte, bestens entwickelte Muskulatur in diesen Bereichen. Als ich viel Olympisches Gewichtheben trainierte vor einiger Zeit, fiel mir in meinem Klub immer wieder dasselbe auf. Ob jung, ob alt, die Burschen waren alle enorm stark (auch sichtbar) in diesen wichtigen Bereichen.

Die Übungen des Olympischen Gewichthebens mit Reißen sowie Umsetzen&Stoßen eignet sich hervorragend, um die "hintere Kette" zu stärken. Aber es ist nur eine von mehreren Möglichkeiten. Kettlebell-Swings sind eine weitere tolle Übung, die vielfach belächelten Hyperextensions ebenso (wenn man sie richtig ausführt!) und nicht zu vergessen rumänisches Kreuzheben, also mit beinah gestreckten Beinen. Wobei Kreuzheben generell gut auf die "hintere Kette" abzielt. Dazu Dinge wie der Farmer's Walk. Wichtig ist, dass man in diese Richtung was tut. Nicht nur, um die heutzutage vorherrschende Schon-Haltung auszugleichen. Sondern um diese Bereiche ordentlich zu entwickeln und davon bis ins hohe Alter zu profitieren.

Mein Kollege Janis und ich haben sich kürzlich unterhalten über die abgelaufenen Olympischen Spiele in London. Dort fielen neben den Gewichthebern vor allem die Ringer in den mittleren Gewichtsklassen mit ihrer massiven Entwicklung in der "hinteren Kette" auf. Das Aussehen  von diesen grenzt sich enorm von den ganzen Cover-Models in den diversen Lifestyle-Fitnessmagazinen ab. Auf der einen Seite die "Go-Muskeln", auf der anderen Seite die "Show-Muskeln".

Schon der frühere Strongman Bill Kazmaier sagte einmal: "Einen wirklich starken Mann erkennst du von hinten und nicht von vorne."

Dr. Lonnie Lowery, den ich bereits für Power-Quest interviewt habe, hat diesbezüglich auf www.ironradio.org kürzlich eine Sendung zu diesem Thema auch gemacht.

Ein gutes Wochenende!

Kommentare:

Kikolu hat gesagt…

Ich habe eine Frage, die evtl auch für andere Leser interessant ist.
Speziell der Bereich Hintern-hintere Oberschenkel-unterer Rücken lässt sich für mich nur in Grenzen trainieren, da ich nur auf BWE und Kugelhanteln bis 32kg zurück greifen kann. Pistols kann ich nicht links, da ich durch eine alte Verletzung hier im Knöchel stark eingeschränkt bin.
Nun die Frage: Hast Du eine Idee für ein simples Programm, dass nicht nur auf die Ausdauer geht, wie hochvolumige Swings?

Naturtraining hat gesagt…

Da gibt es genug:

etwa das einbeinige Kreuzheben mit der Kettlebell - eh auf youtube zu finden.

und das hier ist höchst empfehlenswert in BWE-richtung, schwerer als es aussieht, aber dennoch nicht ganz so schwer wie der richtige Glute-Ham-Raise:

http://www.youtube.com/watch?v=vBh01L9MlkY
davon pro Einheit 50 Stück gesamt und deine hinteren Oberschenkel und der Hintern sind nach wenigen Wochen enorm stark.