Montag, 27. August 2012

Standards - Rock the Basics!

 
Jeden Tag ein neues Programm im Internet, eine neue Spezialübung und noch ein neues oder neuentdecktes eigentlich altes Fitnessgerät (hallo liebe Kettlebell, hallo lieber Sandsack) - in Zeiten des World Wide Webs wird man fast schon im Stundentakt mit Neuigkeiten übersäht, kein Wunder, wenn manchmal der Durchblick verloren geht. Und wer ertappt sich nicht dabei, ständig darüber nachzudenken, welches Programm man noch ausprobieren könnte, welches Gerät man als nächstes anschafft oder bastelt und testet. Doch Schluss damit.

Denn nicht nur Ernährung sollte eigentlich einfach handbar sein, auch im Training ist das so. Denn auch wenn einem immer aufs neue weißgemacht wird, dass X und Y die neuen, besseren Methoden sind, am besten fährt man IMMER mit dem Grundsatz: "ROCK THE BASICS". Alles andere ist oft nur Geldmacherei oder schlicht und ergreifend Irreführung.

Und das ist wirklich so. Es geht so "simpel", dass man stark wird, man muss nicht immer jedem Trend folgen. Wenn man mit wenigen Dingen das Maximum herauszuholen versucht. Beugen, Heben, Drücken, Ziehen mit der Langhantel. Das WAR und IST noch immer der Königsweg zu mehr Kraft und Muskulatur. Punkt.

Das ist absolut kein Affront gegen Training mit dem eigenen Körpergewicht, mit der Kettlebell, Sandsack oder was-weiß-ich-was. Hat alles absolut seine Daseinsberechtigung, ist effektiv und gut.

Aber ich rate zum ernsthaften Selbsttest. Arbeitet einmal ein halbes Jahr ernsthaft mit der Langhantel. Ein grundsolides Basisprogramm. Dreimal die Woche, dabei die Übungen Kreuzheben, Kniebeugen, Überkopf-Drücken und Rudern absolvieren. Hocharbeiten auf gewisse STANDARDS. Wer das zweifache seines Körpergewichtes heben und beugen kann, wer sein Körpergewicht an der Langhantel überkopf drücken kann und selbiges auf Wiederholungen rudert, der hat mit 100-prozentiger Sicherheit einen starken und stark aussehenden Körper. In einem halben Jahr ist viel möglich, wer mit Hirn steigert und schuftet, kommt heran an diese Standards. Die womöglich beste Strategie ist hocharbeiten auf einen schweren 5WH-Satz. So kriegt man gutes Volumen zusammen und arbeitet dennoch im Kraftbereich. Voraussetzung ist auch, eine gute Technik verinnerlicht zu haben. Also lieber mit leichtem Gewicht reinstarten, falls man blutiger Anfänger ist und mehr Wiederholungen schrubben. Ein jeder fängt einmal an. ABER, dieses Programm ist höchst empfehlenswert vor allem für "Fortgeschrittene". Denn man wird schnell merken, dass man nicht so fortgeschritten ist, wie man glaubt. Außer man hat diese Standards schon drauf, dann kann man das von sich behaupten...

Wer Lust hat und wer mit diesen drei Tagen nicht ausgelastet ist, kann noch einen "Spass-Tag" anhängen, wo er Sachen wie Klimmzüge, Liegestütze, Dips und Ausfallschritte macht.

Früher waren die oben erwähnten Standards ein Maßstab, heute werden sie verwässert oder ignoriert, weil es unzählige Trainingsarten- und Methoden gibt. Und unzählig mehr Verwirrung obendrein dadurch. Es stimmt, viele Wege führen nach Rom, wer aber die Autobahn nehmen möchte, statt dem Feldweg, der sitzt mit der Langhantel im Ferrari!

Ich kenne einige Athleten, die haben kein Internet oder lesen ganz einfach wenig Trainings-Literatur. Diese Leute kennen nur die Basisübungen. Und sie machen sie dauernd. Dann gibt es Leute, die machen jede Woche was anderes und nichts gescheit. Sie kennen zwar alles und sind toll informiert, aber dreimal darf man raten, wer der stärkere ist von diesen zwei Charakteren. Kurzfristig wie langfristig.

Etwas Anleihe zu obigem Programm hab ich mir vom geschätzten Blog des Herrn Anthony Mychal genommen:

http://anthonymychal.com/2012/08/the-northwood-program/

ROCK THE BASICS!!!

P.S.: Den Mann oben sollte man kennen. John Grimek. In Zeiten vor Internet und Co. einer der stärksten Männer der Welt - geschweige denn Proteinpulver oder gar unerlaubten Hilfsmitteln. Die  Langhantel war seine stärkste Droge...

Kommentare:

Mario hat gesagt…

Hallo Dominik!
Mal wieder sehr Interessant was du so schreibst!
Du sprichst in Deinem Post von den Basics...
Wie würdest du die verschiedenen Übungen am besten aufteilen,wieviele Sätze von jeder Übung, oder meinst Du man sollte die gesammten Basisübungen 3 Mal pro Woche trainieren? Und was ist mit dem oft zitierten Volumentraining?
Nette Grüsse
Mario

Mario hat gesagt…

Hallo Dominik!
Mal wieder sehr Interessant was du so schreibst!
Du sprichst in Deinem Post von den Basics...
Wie würdest du die verschiedenen Übungen am besten aufteilen,wieviele Sätze von jeder Übung, oder meinst Du man sollte die gesammten Basisübungen 3 Mal pro Woche trainieren? Und was ist mit dem oft zitierten Volumentraining?
Nette Grüsse
Mario

Naturtraining hat gesagt…

Hallo Mario!

Einen Tag die Woche Kreuzheben, einen tag Bankdrücken/noch besser Überkopf Drücken und einen Tag Kniebeugen!

Falls du Anfänger bist, kannst du die Sachen auch zweimal die Woche trainieren jeweils. Bei Kreuzheben ist aber ein Tag die Woche förderlicher, dein Rücken und Zentralnervensysten wirds dir danken!
Wenn du so trainierst, kriegst du GENUG Volumen zusammen, glaub mir. Mach an diesen drei Trainingstagen noch ein paar Nebenübungen (Curls, Rudern, Klimmzüge oder Dips) und du deckst deinen ganzen Körper ab, wirst wachsen und stark werden davon!

Hau rein,

Dominik

P.S.: Ein guter Tipp: "Starting Strength" von Mark Rippetoe oder "531" von Jim Wendler - viel im Netz davon zu finden - sind mit den Basics genau das Richtige!

Naturtraining hat gesagt…

P.S.: wegen der Wiederholungen:

5x5 ist gut, genauso wie etwa 8x3