Dienstag, 21. August 2012

Die Freiheit des Essens



Viele viele Dogmen kreisen herum in Fitnesskreisen. Essen 5-8 mal am Tag, viel Eiweiß, viel Gemüse, Shakes sind unerläßlich und und und. Doch muss man sich an Dogmen halten. Nein. Ich habe in den letzten Monaten viel mit Fasten experimentiert und gelesen, etwas, dass noch vor einiger Zeit komplett verpönt war und auch heute noch abschätzig gesehen wird. 24 Stunden ohne Nahrung ein- bis zweimal die Woche (Eat-Stop-Eat-Approach), 16 Stunden Fasten/8 Stunden Essensphase (Leangains-Approach) oder die Warrior-Diet von Ori Hofmekler sind aber drei der Ansätze, die ich getestet habe.

"Intermittent Fasting" wird grad ein moderner Begriff und kommt immer mehr in Umlauf. Und schon gibt es Coaches oder "Gurus", die damit ein Geschäft machen wollen. Aber die Grundidee des Fastens ist eine gute. Eine Pause vom Essen suchen, mal keinen Stress zu haben, etwas Essbares zu finden. Der Körper hat endlich mal Zeit, Schadstoffe abzubauen, altes nutzloses Gewebe zu verstoffwechseln und Nahrung ordentlich zu verdauen. Etwas, dass mit vielen Mahlzeiten am Tag einfach nicht möglich ist, der Körper ist dauernd beschäftigt ohne Pause.

Und auch die Angst vor Muskelabbau ist unbegründet, das hat sich bei meinem Experimenten ebenfalls gezeigt. Habe nichts an Substanz verloren. Und das trotz oftmals nur einer oder zwei Mahlzeiten am Tag. Leute wie Martin Berkhan (leangains.com) belegen es auch wissenschaftlich auf ihrem Blog, dass man keine Furcht um seine hart erarbeitete Muskelmasse haben muss. Und auch das Körpergefühl ist gut. Man fühlt sich unter Tags nicht müde, Jürgen Reis hat den Begriff "hungriger Wolf" geprägt und das stimmt auch so. Man ist wachsam, immer auf Angriff und ist leistungsfähig.

Ideal auch einsetzbar sind 24-Stunden-Fastentage an Reisetagen etwa. Man hört zum Beispiel am Vorabend um 21 Uhr zu essen auf, hat dann am nächsten Tag eine mehrstündige Reise zu tätigen und nimmt dann am Abend um 21 Uhr ein kleines, eiweiß/fettreiches Mahl mit etwa 800 bis 1000 Kalorien ein. Dazwischen einfach Wasser trinken, den einen oder anderen Kaffee (schwarz oder mit wenig Milch) und sich keine allzu großen Gedanken übers Essen machen. Was für ein befreiendes Gefühl. Nur empfehlenswert.

Und eines ist auch gewiss. Man wird bei gutem Ernährungsplan rund ums Fasten Körperfett los werden. Das konnte ich eindeutig feststellen. Aber das ist wie gesagt nur eine Erscheinung des Fastens. Die geistige Komponente ist die ungleich größere.

Wer mehr übers intermittierende Fasten erfahren will, der kann das auch sehr gut mit dem Gratis-Ebook von Dr. John Berardi tun. Ein tolles Werk: www.precisionnutrition.com/intermittent-fasting

Ich habe Fasten mittlerweile fix in meinen Lebensalltag eingeplant, wende es so an, wie es für mich Sinn macht und in meinen Alltag passt, eine Art "hybride Diät", wo Fastentage genauso dazugehören wie Tage mit ordentlichen und ausgiebigen Mahlzeiten, einem Kaloriendefizit an manchen und einem Überschuss an anderen, Kohlenhydrate dabei oft strategisch beim Training eingesetzt.

Manche erfolgreiche Athleten haben Fasten übrigens schon vor Jahrzehnten gemacht (Serge Nubret etwa hat oft nur eine Mahlzeit am Tag gegessen in seiner Glanzzeit), die Idee des Fastens selbst ist jahrtausende alt. Also lasst euch nicht zuviel Halb-Wahrheiten aufbinden von Trainern, die ein Geschäft mit Fasten machen wollen. Denn das ganze ist völlig kostenlos, wenn man mit etwas Hausverstand an die Sache herangeht. Und ein ordentlicher Lebensgewinn bei entsprechender Anwendung.

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