Samstag, 2. Juni 2012

Vergessene Trainingssysteme - Teil V

Hohes Tempo gehen, wenig Pausen - darüber schrieb ich schon beim Training der legendären Jack LaLanne und Dan Lurie!

Auch Vince Gironda ist von dieser Garde. Er war als exzentrisches Trainergenie bekannt, hat Leute wie den ersten Mr. Olympia Larry Scott aber auch Filmstars wie Clint Eastwood stark gemacht.

Gironda, bekannt für seine unachahmliche Symetrie und Definition, hatte viele Ideen, viele oft "outside the box", aber sehr viele anwendbare Sachen. Er hat schon in den 40er-Jahren sowas wie Low-Carb-Ernährung durchgezogen. Und sein Training war hart. Im alten Buch "West Coast Bodybuilding Scene" des Zeitzeugen Dick Tyler hab ich ein interessantes Workout von Vince gefunden. Wenig bekannt, aber sehr gut durchdacht. Denn gerade mit Körpergewichts-Training sind diese schnellen Tempo-Einheiten, unheimlich hart, einfach ideal machbar!

Hier ein Auszug aus Tylers Buch:
You may not know it, but Vince has a gym and a half. This half-gym consists of


apparatus like chinning and dipping bars that are on a platform outdoors beside the gym.


It started out as a major project for those who wanted to train with the rays of the


California sun bouncing on them while they heaved the iron. Enthusiasm waned and what


is left are some bars and a platform hanging onto the main building. While looking over


the equipment I asked Vince who used it.


“I do,” he said with a grin.


“What do you do?” I asked.

“I take a workout that lasts twenty minutes.”
 
“And you can get results from that?”


“The way I do – yes.”


Naturally I had to ask the way he takes a workout.

“First,” said Vince, “I chin for ten reps, then do ten pushups followed by ten dips.


It’s, of course, all done without a pause between sets. This is then repeated until I’ve


done the whole thing ten times over. So far, I’ve been able to do it all in twenty minutes


and I’m aiming to cut that time down.”

BRUTAL. schlichtweg und ergreifend brutal. Wer glaubt, sowas ist leicht, sollte es einfach mal probieren. Und bitte keine Kipping-Klimmzüge, wie derzeit schwer in Mode, oder halbe Liegestütze und Dips. Sondern ernsthafte, saubere Wiederholungen, Stück für Stück, vom Anfang bis Ende. Das geht schwer auf die Muskeln, aber auch schwer auf den Kreislauf.

Macht diese CHALLENGE mal! Reaktionen bitte in der Antwort-Funktion, würde mich sehr freuen darüber. Dieses Training ist es mehr als wert, es einmal anzutesten.

Nochmal zum Revue-Passieren. 10 Klimmzüge, 10 Liegestütze, 10 Dips. Bis man 100 Wiederholungen von jeweils allen drei Übungen hat. Das Ziel: unter 20 Minuten bleiben.

Ich hab es gestern gemacht und muss sagen, das ist ein komplettes Oberköper-Training ohne viele Schnörkel. Zwei Daumen hoch dafür. Es braucht wirklich nicht viel an Equipment oder sonstigem! "Outside the box" denken, das reicht zumeist.

Mein Ansatz gestern war ähnlich und ich schaffte es, unter 20 Minuten zu bleiben. Ich habe mir aber den Gymboss-Timer gestellt und jede Minute 5 WH von jeweils jeder Übung gemacht, es blieben in jeder Minute etwa 10-15 Sekunden immer Zeit als Pause (also nicht wirklich viel). Kann man dieses Tempo durchziehen, gehen sich in 20 Minuten oder weniger ebenfalls die 100 aus. Mein Rat aber: Wer nicht wirklich stark ist in Körpergewichtsübungen, sollte mit weniger WH anfangen. Das ist in der Tat mörderisch. Vielleicht sich einfach mal auf 50 Gesamt-WH oder 75 hocharbeiten in 20 Minuten und dann Stück für Stück weitermachen. Der Weg ist das Ziel.

Wer sich Girondas Körperbau ansieht, merkt, dass er dem von LaLanne ähnelt. V-Form, top-Definition, austrainiert - wie ein Athlet. Ein Körperideal, dass heutigen Massemonstern bei den Wettkämpfen absolut nicht ähnelt. LaLanne fragte einmal: "Möchten sie so aussehen wie diese Roboter heute oder eher wie ein Steve Reeves oder Vince Gironda. Ich erspare ihnen die Antwort...."

1 Kommentar:

typ hat gesagt…

höchst brutal.

nach sechs durchgängen mit 5 reps in 13:50 war ich geplättet.