Donnerstag, 3. Mai 2012

Vergessene Trainingssysteme - Teil IV


Über Training mit Partner wurde hier schon geschrieben. In früheren Zeiten ein absolutes Muss, wie immer wieder zu lesen ist. Auch der ehemalige Mr. World Boyer Coe, einer der Konkurrenten damals von Arnold und Co., hat mir das im Gespräch letztens bestätigt. Faszinierend ist, was damals teilweise für ein Volumen gefahren wurde. Heute hört man immer von "Zehn-Minuten-Training" und "weniger ist mehr", alles muss funktionell sein und schnell darf es gehen. Früher hatte man da weit weniger Stress, auch wenn es höchst intensiv zuging in den Einheiten.

Der "Master Blaster" Joe Weider schrieb in einem alten Magazin-Bericht über eine der mörderischen Partner-Trainings am Beispiel von Arnold Schwarzenegger und Dave Draper (siehe Bild oben). Hier ein Auszug:
Dave and Arnold started with wide-grip chins for five sets of 10-12 reps, each going right after the other. Then they did five more sets with the triangle handle and a close grip. Neither man used extra weight. Next were pulldowns. Using a wide grip and pulling behind their heads, they did six sets of 10 reps. On this exercise, Dave really excelled, using over 300 pounds. Next were bent-over rows while standing on a bench, another six set of 10-12 reps. Finally, just for back, they alternated sets of barbell pullovers with more wide-grip pullups (five sets of 10-12 reps each). Count’em up! For back alone, they did 32 sets!

Ergibt laut Adam Riese alleine 150 Klimmzüge (!!!) in dieser Einheit. Wenn man bedenkt, dass die Kerle oftmals dreimal die Woche an jede Muskelgruppe gingen, kann man sich errechnen, wieviel Volumen das ergab! Vielleicht sollte man sich das nächste Mal nicht mehr mit den 30-50 Klimmzügen zufrieden geben, sondern weiter Wiederholungen schrubben. Wer immer im gleichen Rahmen bleibt und seinen Körper nicht ausreichend fordert, bleibt stehen.

Klar hat nicht jeder wie Arnold oder Dave soviel Zeit, das waren Profis und sie hatten ausreichend Regeneration (dazu will ich nicht näher eingehen, aber es war ein Bruchteil dessen, was heute bei den Pros im Umlauf ist).

Immer wieder eine geschickte Herangehensweise ist aber das Waterbury-Trainingssystem PLP, hier schon mehrfach beschrieben. Es arbeitet ähnlich Volumenreich. Und bringt auch tatsächlich gute Resultate, wenn richtig eingesetzt. Das hab ich an mir erfahren, aber haben auch Berichte anderer Leser bestätigt.

Ich hab mein Trainingsbuch durchgeschaut. So waren damals in der letzten Woche von Montag bis Sonntag insgesamt 324 WH Klimmzüge, Liegestütze und Ausfallschritte zu machen. Montag startete mit 44 WH, Dienstag, 45, Mittwoch 46,.... und Sonntag war der Endpunkt mit 50. Aber es war jeden Tag in weniger als 15 Minuten zu machen, hat wenig Zeit gekostet. Dazu noch zwei längere Haupteinheiten in der Woche (etwa 1 Stunde mit Kreuzheben, Überkopfdrücken, Bauch, Arme) und man hat genug Bewegung.

Heute argumentieren viele, sie hätte zuwenig Zeit. Das gilt nur bedingt. Wer sich die Zeit irgendwie erkämpft oder nimmt, hat dieses Problem nicht. Und wenn man dafür halt auch Opfer bringen muss. Ein Boyer Coe trainierte nicht umsonst um 5 Uhr früh. Denn unter tags hatte er viel Arbeit mit seiner Firma, am Abend ging die Familie zurecht bevor! Aber es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur gehen (wollen)...

Kommentare:

Adam hat gesagt…

Hallo, wer will der kann das auch. Ich trainiere auch 3 x Woche um 5 Uhr morgens. Da hab ich die Zeit nur für mich. Ein kleiner Kaffee und etwas joint mobility und das Training kann losgehen. Der Körper gewöhnt schon daran und irgendwann kann man nicht mehr anders :-) und man startet ja erfolgreich in den Tag. Weiter so

Adam hat gesagt…

Hallo, wer will der kann das auch. Ich trainiere auch 3 x Woche um 5 Uhr morgens. Da hab ich die Zeit nur für mich. Ein kleiner Kaffee und etwas joint mobility und das Training kann losgehen. Der Körper gewöhnt schon daran und irgendwann kann man nicht mehr anders :-) und man startet ja erfolgreich in den Tag. Weiter so

Janis Rajaonarivelo hat gesagt…

Genau mein Ding!

Immer diese Ängste vor zuviel Arbeit. Die wenigsten machen genug! Das ist das grösste Problem!!

Es ist alles eine Kopfsache. Ist man bereit alles zu geben oder nicht. Wenn nicht, dann sollte Mann oder Frau erst garnicht anfangen!!!