Donnerstag, 29. Dezember 2011

Running System

Jeder Mensch ist verschieden und so ist auch das Training oft grundverschieden. Wenn ich mir wie so gerne alte Bücher von Trainings-Legenden anschaue, deren Pläne lese und aber oft auch Magazine der neuen Generation durchblättere, im Internet auf Seiten von nun angesagten Trainern stöbere, so stosse ich meist auf verschiedene Sachen, immer wieder kommt was neues dazu, oft wird auch altes aufgewärmt und nicht selten einfach was kopiert, ein neuer Name hingegeben und das wars. Man muss sich deshalb vor allem einem bewusst sein: womöglich nicht alle aber zumindest viele Wege führen nach Rom in punkto Training!

Wer glaubt, mit dem Programm XY würde man so und so viel aufpacken, weil X + Y das ergibt und dies bei Mister oder Misses Z das ergeben hat, der täuscht. Bei jedem wird dieses Programm verschieden ansprechen! Jeder reagiert anders.

Der eine mag mit der Langhantel etwa Erfolge feiern, der andere hat seine Freude an der Kettlebell und wieder ein anderer mag einfach Training mit dem eigenen Körpergewicht am liebsten und schwört darauf! Und wenn man damit Erfolge hat, sollte man etwas darauf halten. Immer wieder zu SEINEN Basics zurückkehren, da man damit immer die besten Erfolge haben wird. Dan John nennt es seine "Standard Workouts". Und das ist die Essenz dieser Gedanken: es ist schwierig und oft von Irrwegen begleitet aber durch "Trial and Error" ein RUNNING SYSTEM für sich persönlich zu finden, egal was einem andere einsagen, weißmachen oder raten, das sollte das Ziel eines jeden sein! Klar ist Input/Kritik von außen immer gut, da man zu sich selbst nicht immer der beste Richter ist, aber dennoch sollte man innerlich etwas in sich gefestigt haben, von dem man weiß, es bringt einen im Training weiter! Und das spürt man nur selbst am besten, was einem gut tut. Als Beispiel: Nur weil überall gesagt wird, Kniebeugen sind die ultimative Übung, heißt das noch lange nicht, sie sind für einen selber ultimativ und gut. Man sollte es probieren, aber wenn einem das Gefühl und die Erfahrung dann sagen, 'lass es lieber', dann sollte man es lassen. Es gibt so viele andere Dinge. Viele Wege führen nach Rom.

Trainingsroutinen wie Unterhosen wechseln, um sein Running System zu finden, ist aber wohl keine zielführende Sache. Einmal dabei bleiben bei etwas, einmal auch etwas mehrere Wochen/Monate/Jahre durchziehen, macht viel mehr Sinn, bringt viel mehr Fortschritt. Erinnern wir uns an den letzten Post. An das PLP-Programm. 60 Tage durchziehen einen Plan, tagtäglich. Bringt Erfolge. Wenn man dabei bleibt. Ergebnisse, die aber bei jedem verschieden ausschauen. Dem einen bringts mehr, dem anderen weniger. Ersterer darf es ruhig immer wieder mal auspacken, letzterer ist gut beraten, was anderes zu tun aber vielleicht dem ganzen auch noch einmal eine Chance zu geben!

Zwei Dinge für langfristigen Trainingsfortschritt sind in meinen Augen besonders wichtig:

- Kontinuierlichkeit: einmal bei einem Plan bleiben und ihn längere Zeit machen. Danach aber für Abwechslung sorgen und was neues reinbringen. Nicht aber alles über den Haufen werfen. Selten war alles gut/schlecht.

- Messbarkeit: Man sollte seinen Fortschritt an Ergebnissen messen. Hab ich Gewicht zugelegt, konnte ich mehr Gewicht nehmen bei Übungen, hab ich abgenommen, war ich oft erkältet, war ich erschöpft? Zu oft täuscht einen das reine Gefühl, lieber auch auf Messinstrumente/Maßstäbe vertrauen und hier sehen, ob es Fortschritt gab. Wenn ja = gut, wenn nein = schlecht.

Es wird einem auch oft eingebleut, man möge Schwächen stärken. Ist das ein guter Rat oder nicht? Das Problem dabei ist: Man wird seine Stärken vielleicht vernächlässigen damit und ob das so gut ist, sei dahingestellt. Denn eine Butterbrot-Seite hat jeder und warum soll man die aufgeben, nur um so vieles andere besser zu machen. Oftmals sind schon viele draufgekommen, dass sie ein einstiges Talent verloren haben, weil sie es vergessen haben! Deshalb immer wichtig: Nie seine Stärken vernachlässigen, aber dennoch offen für neues sein. 80 Prozent beibehalten vom Running System und 20 Prozent für neues offen sein und testen, das ist ein gangbarer und guter Weg. Lieber immer wieder mal Dinge einbauen, aber nicht alles über den Haufen werfen, das bringt viel.

Und irgendwann wird man selbst spüren, jawohl, dieser Weg führt FÜR MICH nach Rom. Und das ist es, was man jedem wünschen sollte. Einen guten Rutsch ins neue Jahr!

P.S.: Hinter mir liegt ein nettes Dreitages-Trainingslager. Erst der Besuch von Oliver und Patrick, dann ein zweitägiges Training mit Kameraden in Vorarlberg. Nun heißt es rasten, auftanken und dann folgt der nächste Angriff. Ich starte Silvester am liebsten mit einem Trainingsfeuerwerk...

Kommentare:

Thomas Hirmer hat gesagt…

Hallo Dominik,

genau über die Themen Kontinuität und Messbarkeit denke ich dieser Tage nach. Trainieren tue ich gerne mit dem eigenen Körpergewicht, Kettelbells und anderen freien Gewichten. Für 2012 ist bereits ein Plan im Entstehen, ein Fokus auf wesentliche Übungen, vernünftige Ernährung und jede Menge Spaß gehören da mit rein.

Für die weitere Zeit wünsche ich dir und deinen Trainingskameraden viel Spaß und Schweiß ;-).

Viele Grüße,
Thomas

Brucedala hat gesagt…

Hallo Dominik,

ein gutes und gesundes 2012!

Danke für Dein Wissen,das Du so reichhaltig&oft,mit den Lesern Deines Blogs teilst!
Für mich ist immer etwas dabei,in den Artikeln die Du schreibst,um selber weiter zu wachsen....
Gruss Sascha

Markus Jais hat gesagt…

Hallo Dominik,

wieder ein sehr guter und motivirender Blog Eintrag.

Dein und Tills Blog und euer Klimmzug Programm haben mich 2011 sehr positiv beeinflusst und ich bin von 0 auf bisher maximal 11 saubere Chin-Ups gekommen.

Besonders gefällt mir dein Tipp, bei manchen Dingen wie Klimmzügen einfach immer dran zu bleiben statt jede Woche was neues zu machen. Hat sich sehr bewährt - und etwas Abwechslung kann man ja trotzdem reinbringen.
Besonders gut fand ich auch Deine Werbung für Ruderbewegungen. Ich mach das mittlerweile sehr gerne, z.B. mit dem Aerosling und den Beinen auf einem Stuhl. Genial für den oberen Rücken.

Momentan muss ich gerade Sport-Pause machen wg. einer Muttermal-OP aber bald geht es wieder los. Ohne Chin-Ups, Liegestützen, Rudern und Laufen usw. ist es echt fad.

Weiter so!

Ich wünsch Dir ein erfolgreiches Jahr 2012 mit vielen harten Trainingseinheiten!

Markus