Donnerstag, 22. April 2010

Es muss nicht immer einfach sein!


Wir gehen gerne den bequemen Weg. Gerade im Training aber auch in vielen anderen Bereichen des Lebens sollte der aber nicht gewählt werden. Die harten Schritte sind es, die nach vor bringen. Nicht die leichten, die uns oft gar nicht einmal auffallen.

Von dem Großteil an Leuten, die trotz Stiege immer die Rolltreppen nehmen, hab ich schon mal geschrieben. Mir fielen zuletzt auch immer wieder diese Rollkoffer auf, die mehr und mehr in Mode kommen. Klar, es mag damit einfacher sein, zu reisen. Aber eines ist auch klar: Griffkraft und allgemeine Körperkraft und das war vor Jahren noch essentieller alsheute leider, wird damit nicht gefördert, wenn man seinen Koffer nicht tragen muss sondern mühelos ziehen kann. Nun wird manch einer sagen: Kleinlich, kleinlich diese Aussage. Aber im Grunde geht es mir ums Prinzip. Der Weg des leichten Widerstands ist immer der bequemere und wird zumeist gewählt. Aber wirklich Fortschritte bringt oft nur der harte Weg. Im Training auf jeden Fall!

Wie der härtere, aber erfolgreichere Weg aussehen könnte:

- Lernt das Umsetzen, das Reißen oder die Kraftdreikampf-Disziplinen: Geht zu einem Gewichtheber- oder Kraftdreikampf-Klub und lasst euch die Technik lernen. Aller Anfang ist hart, vor allem auch hier. Aber ihr werdet von riesigem Kraftzuwachs und völlig neuer Körperkonstitution profitieren, wenn ihr dranbleibt über Monate und Jahre! Richtig gehört, Monate und Jahre. Über Nacht geht gar nirgendwo was. Auch wenn das manche immer noch glauben!

- Trainiert mit Besseren: so werdet auch ihr besser. Man kann nur lernen von Leuten mit höherem Niveau im Training. Sie haben die Erfahrung!

- Lasst das Internet ein wenig mehr beiseite: Dort werden jeden verdammten Tag neue Trainingspläne, neue Übungen etc. vorgestellt - bleibt bei den Basics, die sich seit Jahrzehnten bewähren, macht einen Trainingsplan mal für längere Zeit und lasst euch nicht jeden Tag von den vielen Infos, die auf uns einstürzen, abbringen vom Weg! Hinterfragt nicht dauernd alles. Habt einen Grundplan und bleibt bei diesem Grundplan!

- Trainiert intensiver: gebt Gas und verbringt nicht den ganzen Tag im Training. Wenig Pausen, hohe Intensität. Beisst die Zähne zusammen und schaut dass ihr Fortschritte macht und euch immer ein wenig steigert. Führt ein Trainingstagebuch, das ist ebenso essentiell, um den Fortschritt zu überwachen!

- Trainiert mit motivierten Trainingspartnern: diese kitzeln immer mehr aus euch heraus. Ich kann mich noch gut an meine ersten Trainingseinheiten mit Charly erinnern. Er hat mich gefordert bis aufs Äußerste. Vor allem aber hab ich nicht gejammert. Den ich habe neben mir einen gesehen, der bei einer Übung ebenso 150 Prozent gibt und nicht aufgibt.
- Besucht Seminare, kauft euch Bücher: Das schreibe ich nicht, weil ich selbst Seminare gebe. Auch ich besuche welche, einige sogar im Jahr. Ich fahre oft hunderte Kilometer mit Zug oder Auto, fliege manchmal sogar oder lade Coaches zu mir ein. Das ist es mir wert, und ich lerne jeden Tag dazu. Auch für Bücher und anderes Fortbildungsmaterial gebe ich Geld aus. Ist mir leid darum? Um Himmelswillen, nein! Es bringt mich weiter.

Befolgt das und geht den härteren Weg (nicht nur im Training). Es lohnt sich langfristig,

Dominik
P.S.: Morgen kommt die Video-Tour zum Reich von www.kettlebell.eu - Bleibt dran!
P.P.S.: Ein Mann, der auch nicht immer den einfachen Weg geht, ist eben Charly. Hier eine Dokumentation über ihn: www.woo.at/Gallery/ShowItem2/168272/1/ev

Kommentare:

Simon Voggeneder hat gesagt…

Hallo Dominik,

der Artikel drückt das aus, was im Training wie auch im Leben so wichtig ist: Um Fortschritte zu machen, muss man mal für mal immer mehr zu geben bereit sein.

Es spricht mir vor allem aus dem Herzen, dass du dem Internetkriegern eine klare Absage erteilst. Die Informationsflut in Foren und Blogs erschlägt einen geradezu - gerade als ernsthaft trainierender Athlet mit Ambitionen wird man ständig von seinem eigenen Weg abgelenkt.

Auch bei Büchern möchte ich empfehlen: Lest nicht so viele Bücher. Arbeitet lieber mit Leuten. Die besten Athleten geben auch die besten Buchempfehlungen. Dort darf man sich dann wieder nach Herzenslust bedienen.

Das tatsächliche Arbeiten geht allerdings immer vor. Am Ende lernt man nur aus Erfahrungen. Bücherwissen ist so oberflächlich, dass es keinem Test standhalten wird.

Noch zum Alltag: Hier muss ich dir ebenfalls recht geben. Ich arbeite momentan bei der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse (OÖ GKK). Das Gebäude hat acht Stockwerke und ich arbeite im – ihr habt es sicher schon erraten – obersten. Meine Kollegen nehmen auch für zwei Stockwerke den Lift. Ich lasse ihn immer aus. Was gibt es besseres um am Morgen aufzuwachen als die Treppen hoch zu steigen?

Sven hat gesagt…

Da kann ich ebenfalls nur zustimmen! Facebook, Blog`s, Foren und Konsorten sind sicherlich Informativ aber auch reine Zeitdiebe. Die riesige Informationsflut verwirrt meistens, man entdeckt wieder was neues, stellt das Training wieder um und ja, das eigentliche Training u. die Erfolge bleiben auf der Strecke.
Allerdings um Kontakte zu knüpfen u. zu erhalten, Erfahrungen auszutauschen usw. bieten sich so Sachen wie FB natürlich an. Aber es ist wirklich nur sinnvoll wenn man sich dafür ein Zeitfenster setzt, weil die Zeit im Internet vergeht wie im Flug!
Sehr guter Artikel Dominik.
Ebenfalls gutes Kommentar von Simon...viel Spass beim Treppen steigen ;).

Stay strong & healthy

Sven