Mittwoch, 30. September 2009

Harte Arbeit


In Gesprächen mit älteren Mitmenschen, die früher Sport betrieben haben und das meist noch immer tun, wird mir immer wieder bewusst, was damals geleistet wurde. Das Wort "Übertraining" oder "Überlastung" kannten viele davon nicht. Das sollte einem dann auch zu denken geben. Die Arbeitsleistung und Einstellung war meist eine vielfach Höhere!
Ein Kamerad aus dem Sportverein erzählte mir kürzlich, dass er tagtäglich um drei Uhr früh aufstehen musste, um Futter mit seinem Vater für die hauseigene, kleine Landwirtschaft auf der Wiese zu mähen. Danach ging es schnurstracks in die Arbeit weiter, wo weiter hart gearbeitet werden musste. Und nach der Schicht ging es wieder in der Landwirtschaft weiter. Ehe er am Abend noch zum Fußballtraining ging. Und ging ist der falsche Ausdruck. Er lief die zwei Kilometer zum Sportplatz und das ganze nach dem Training auch wieder zurück! Und war bei Meisterschaftsspielen meist auch noch der beste Mann am Feld. Auch heute noch mäht er mit der Sense gekonnt die Wiesen in der Umgebung, der Händedruck ist nach wie vor einzigartig.


Ein anderer sprach über seine schwere Arbeit in einem Ziegelwerk. 20 bis 30 Tonnen Kohle schaufelte er täglich (!) in einem Brennofen. Und daneben fand er noch Zeit, sich turnerisch in einem Verein zu betätigen in seiner Freizeit. Sein Oberkörper zeigt noch heute eine Entwicklung, die manchen Jungen neidisch machen würde. Fingerkraft war damals ein Ausdruck von Stärke. So waren Klimmzüge mit einem oder zwei Fingern im Übungsrepertoire vieler Arbeiter.


Im obigen Bild ist Bob Peoples zu sehen. Sein Buch "Developing Physical Strength" hat bei mir in der Krafsport-Bibliothek seit langem einen Fixplatz. Bob war hart arbeitender Bauer. Aber in seiner spärlichen Freizeit hat er im selbst ausgeschaufelten Keller (siehe Bild) mit primitivsten Mitteln trainiert und es bis zum damaligen Weltrekord-Halter im Kreuzheben (mit über 300 Kilogramm) gebracht. Ohne jegliche Hilfsmittel wie Hebe-Anzug, geschweige denn Supplementen oder gar chemischen Hilfsmitteln. Das gab es zu dieser Zeit schlichtweg einfach noch nicht. Seine Trainingsübungen: Kreuzheben, Kniebeugen, Reißen, Curls und Rudern. Dazu erwies er sich seiner Zeit weit voraus, wie im Buch zu sehen ist. Er bastelte zahlreiche Trainingsgeräte und gilt auch als einer der Erfinder des Power Racks.
All das sind keine Extrembeispiele, sondern einfach Zeitzeugen, die beweisen, dass mit trotz viel Einsatz und Belastung dennoch viel nebenbei noch möglich ist. Auch heute noch gibt es genügend Beispiele gottseidank. Ex-Skistar Marc Girardelli verriet uns am Podcast auf www.power-quest.cc, dass er jahrelang mit sechs Stunden Schlaf auskommen musste, weil er sich selbst die Stangen beim Training aufstellen musste, während die Fahrer anderer Nationen noch schliefen und ihre Trainer dieses Werk verrichteten. Es gäbe noch viele andere Ausnahme-Athleten dabei aufzuzählen. Man kann sich an jedem dieser ein Beispiel nehmen und sich das beim nächsten Mal, wenn keine Lust am Training aufkommt oder ähnliches ist, vor Augen halten.


Nur der harte Weg führt im Training zum Erfolg. Das war so und ist so. Abkürzungen gibt es nicht. Sie führen ins nirgendwo!


Euer Dominik


P.S.: Immer wieder bekomme ich Fragen von Blog-Lesern. In Zukunft möchte ich einige dieser oft sehr interessanten Sachen auch hier am Blog beantworten.
Ein ambitionierter Kletterer hat mich erst gestern gefragt, wie er mit seiner Kettlebell den Griff trainieren kann. Da muss man ihm schon einmal zur Wahl des Werkzeugs gratulieren. Die Bells haben einen dicken Griff, weshalb die Unterarme schon alleine deswegen gut in Arbeit sind. Und dann gibt es noch Übungen und Trainingsvarianten, womit das ganze verstärkt werden kann. "Bottom-up-Übungen", also Sachen, wo die Kugel der Kettlebell nach oben zeigt, sind sehr fordernd für den Griff. Einfach den Clean (Umsetzen) und den Press (Drücken) so machen und man wird schnell merken, dass die Unterarme zu brennen beginnen. Im Video (siehe unten) vom Naturtrainings-Seminar im Mai ist hier eine weitere, noch ungewöhnlichere Bottom-up-Variante zu sehen. Das Gehen fordert sämtliche Muskeln im Körper zum Griff dazu. Einfach mal ausprobieren und die fragenden Blicke der Nachbarn einfach ignorieren. Beim nächsten Handedrück werden sie euch verstehen :-)

Eine weitere tolle Sache sind Komplexe. Also mehrere Übungen hintereinander durchgeführt. Also etwa drei Swings machen, dann drei Snatches, dann drei Cleans, dann drei Presses. Durch die Länge der Belastungszeit wird der Griff sehr sehr gut trainiert.



P.P.S.: Trotz der Tatsache, dass mein Podcast-Partner Jürgen Reis und auch ich voll in Arbeit bei vielen anderen Dingen des Lebens stecken, bietet unsere Internet-Radio-Plattform www.power-quest.cc in den kommenden Tagen und Wochen einige gewaltige Highlights! Ein bulgarischer Gewichtheber-Europameister spricht ebenso wie Steinheber Steve Jeck, ein bärenstarker Mann, der Trainings-Know-How vom Feinsten liefert. Bleibt dran, es lohnt sich und zu allem Überfluß ist es kostenlos. Aber es gibt auch bei beinahe jedem dieser einzelnen Sendungen obendrein noch lukrative Gewinnspiele mit tollen Sachpreisen!

Mittwoch, 23. September 2009

Komplexhaufen ;-)

Viele Fliegen mit einer Klappe schlagen - In einem meiner früheren Postings habe ich dafür schon eine mögliche Antwort (es gibt natürlich viele) geliefert. Komplexe (Aneinanderreihung von mehreren Grundübungen) sind absolut richtige Pflichterfüller. Damit kann optimal die Fettverbrennung, die Kraftausdauer trainiert werden, aber auch ein Aufbau von Muskelmasse ist damit möglich, weil das Prinzip „Time under Tension“ (Zeit unter Belastung) greift. Wer wenig Zeit hat, aber viel erledigen will, der ist hiermit genau richtig beraten.

Ich will über diese hocheffektive Art des Trainings gar nicht zu viele Worte verlieren, Ausprobieren ist viel mehr dienlich! Mehr Text und Literatur findet man in einem Artikel von Dan John auf tmuscle.com (Link ist hier) sowie auch auf diesem Link.



Hier ein Video von einem Komplex, den mein starker Trainingskamerad Willi ausführt. Danke an Stringbender vom Fighter-Forum für diese Übungs-Variante. Ich kann nur sagen: das ist Härte pur. Man schnaubt danach wie eine Dampflok und jeder Muskel im Körper brennt. Das gemeine daran ist. Das war erst Teil eins. Willi hat sich gleich danach im Anschluss von 4 auf 1 runtergearbeitet, dann von 3 auf 1, 2 auf 1 und 1 auf 1. Wer das schafft, ist gut in Schuss. Sehr gut sogar!

Man kann natürlich auch mit Kettlebells, Kurzhanteln oder dergleichen arbeiten, aber mit der guten alten Langhantel macht es genug Spaß! Wichtig auch noch: Bitte vorher die Technik der verschiedenen Übungen natürlich ordentlich beherrschen. Sonst macht das ganze keinen Spaß!

Beispiele für weitere Komplexe findet man auf Dan Johns Website unter diesem Link. Am besten einfach ausdrucken und beim Training hinlegen.

Ich kann euch garantieren: Damit geht die Post ab!

Glück Auf,

Euer Dominik

P.S.: Habt ihr selbst Kreationen für Komplexe. Postet sie ruhig am Blog! Jeden Tag hat diese Seite mehrere Dutzend Besucher. Naturtraining rockt!

Mittwoch, 9. September 2009

crassfit

Hallo Leute!

Eine weitere harte einheit bei "Crassfit" in Linz ging über die Bühne. Probiert das mal aus:

5 runden von:
-6x (3 jede seite) Wasserball-Schultern)
-10x (5 jede seite) Military press Kettlebell
-5x Klimmzüge dicke Stange

3 runden von
-100 m Farmers Walk
-200 m Sprint

War lässig!





Schaut vorbei. Am Dienstag um 18.30 Uhr steigt das nächste WOD im Freinbergpark in Linz!

Glück auf,

Dominik

Dienstag, 1. September 2009

Ein Stab und der Körper genügen!



Eine simple, aber nicht einfache Kraftausdauer-Einheit gefällig? Probiert es hiermit. Wir haben es heute beim wöchentlichen Crassfit-Treffen gemacht:

5 Runden bestehend aus:
- 15 Überkopf-Kniebeugen (Holzstab)
- 200 Meter Sprint



Jetzt mag sich mancher denken, da ist nicht viel dabei. Ich sag nur: Ausprobieren! Man wird danach anderes sagen, das garantiere ich. Voraussetzung dabei sind saubere Beugen und ordentliche Sprints (kein Traben oder langsames Laufen bitte). Überkopf-Kniebeugen sind dafür wunderbar, da man sie fast nicht falsch machen kann. Passt die Haltung nicht, fällt der Stab. Sprints sind dazu eine naturgegebene Sache. Der Mensch wurde geboren, um zu gehen und zu laufen.

Davor haben wir ein kleines Krafttraining mit Seil und Kettlebells absolviert.
4 Runden bestehend aus:
- 5 Wiederholungen Kettlebell-Komplex (clean-press-front squat)
- 3 Wiederholungen Seilklettern

Alles in allem wieder eine super Einheit. Wir haben wie immer in einem Park in frischer Luft trainiert und bei Sonnenschein. Das macht viel Spaß bei aller Anstrengung. Und man braucht kein Laufband oder keinen Cross-Stepper, um fit zu werden. Nur einen Stab und den eigenen Körper!

Kill it,

Dominik