Freitag, 26. Juni 2009

Willenskraft und Langfristigkeit

Ich war vor zwei Wochen interessierter Zaungast beim Kettlebell-Instruktor-Seminar meines Freundes Dr. Till Sukopp. Der Kölner, erster deutschsprachiger RKC II und auch bei Steve Cotter zertifiziert, verlangt von jedem Teilnehmer, der Instruktor beim Netzwerk www.kettlebell.eu werden will, neben dem nötigen Fachwissen und Lehr-Kompetenz auch den obligaten Snatch-Test. Der hat es auf jeden Fall in sich. Je nach Körpergewicht muss eine gewisse Wiederholungsanzahl mit der 24-kg-Eisenkugel geschafft werden.

Dass der Snatch - die Königsübung schlechthin im Kettlebell-Sport - so seine Tücken hat, dass merkten unter anderem auch die eigentlich bärenstarken Kandidaten Sven (siehe Video - Sven ist der linke) und Achim schnell. Beide waren schon bei meinem Naturtrainings-Seminar im Mai zu Gast und erzählten mir dort, dass sie Befürchtungen hätten, diesen Test zu bestehen. Doch wo ein Wille, da ein Weg - das zeigte sich einmal mehr auch bei Sven und Achim. Nach beinharter, wochenlanger Vorbereitung und unzähligen Snatch-Einheiten absolvierten sie den Test in Köln beim Seminar dann ohne Probleme. Das zeigt einmal mehr: Erfolg kommt nicht über Nacht. Schon gar nicht im Training. Man muss eisern arbeiten, um voran zu kommen. Die "magic bullet" gibt es nicht. Vielmehr ist es Akribie und Langfristigkeit, was zählt. Auch wenn eine Einheit einmal nicht so läuft, nicht gleich aufgeben. Eindrucksvoll zu sehen bei Sven und Achim.

Fight on,

Dominik

Montag, 22. Juni 2009

Auf dem Blog von Steve Maxwell :-)





Steve Maxwell's Blog ist für mich seit dem er existiert, eine unschätzbar wertvolle Quelle für Infos jeglicher Art zu Training und Ernährung sowie Lifestyle!

Nun haben er und seine Lebensgefährtin Teresa auch über unser Naturtrainingszentrum berichtet! Wir sind stolz über den Bericht unseres hochkarätigen Gasts!


In den nächsten Wochen und Monaten stehen weitere Highlights an. Das "Gorilla Camp" am 25. Juli mit mir und Karl Humer ist vor allem für Leute etwas, die endlich Griffkraft gewinnen wollen und sich dadurch beim Kreuzheben, Kettlebell-Snatches, Seilklettern, Gripper-Schließen und dergleichen verbessern wollen.
P.S.: Seht euch das Video oben gut an. Es zeigt Karl beim ABC-Klimmzugprogramm, das ich bereits bei sehr vielen Klienten erfolgreich angewendet habe. Ein hocheffektives Werkzeug, um endlich mehr Zug-Power zu kriegen und seine Wiederholungszahlen zu steigern. Gelernt habe ich dieses von Weltcup-Kletterer Jürgen Reis!

Godspeed,
Dominik

Sonntag, 21. Juni 2009

Zirkel und Partner-Drills mit Steve Maxwell




"I had one of my greatest training sessions here", sagte mein hochkarätiger Gast Steve Maxwell und machte mir damit natürlich eine Riesenfreude. Zwei Dinge habe ich bei den Trainingseinheiten im Naturtrainingszentrum in Thomasroith mit ihm wieder einmal mehr aufs Neue entdeckt.

1) Übungen im Zirkel durchgeführt sind unglaublich fordernd und dabei hochanspruchsvoll für den gesamte Muskulatur und auch das Herz-Kreislauf-System, was nicht zuletzt die Fettverbrennung ankurbelt! Steve liebt solcherlei Training! Sein extrem niedriger Körperfettwert und ausgeprägte Muskulatur sprechen für sich. Einige Übungspaare, die wir in einer wirklich knallharten Einheit durchgeführt haben:

A - 30 Sekunden Hindu Push-Ups/30 Sekunden 8-kg-Keulen Shield Cast x 5 Runden
B - 30 Sekunden Sandbag Get-Up/30 Sekunden Bulgarian Bag Around the world x 5 Runden
C - eine Länge Seilklettern/10 Double Military Presses 16er Kettlebells x 4 Runden
D - 15 Swings 32er Kettlebell/Medizin Ball Ab Crunches x 5 Runden
E - als Finisher einen schnellen 2-Kilometer-Lauf barfuß

Bei allen Übungspaaren war dazwischen keine Pause, wir haben alle Runden in einem durchgezogen. Dazwischen gab es immer eine Minute kurze Erholung.


2) Es braucht nicht einmal einen Sandsack, Kettlebell oder Stein, geschweige denn eine Hantelstange. Auch Übungen mit dem Trainingspartner können gewichtig sein. Steve hat mir zahlreiche Übungen, die er auch im Training zum Brazilian Jiu-Jitsu gerne ausführt, dazu gezeigt. Und ich durfte ihm zeigen, wie wir auf unserer "Shaolin-Stiege" Partnerübungen durchführen. Schon einmal versucht, einen etwa 90 kg schweren Mann eine Stiege hochzutragen und dann noch einige Kniebeugen mit ihm auf den Schultern durchführen? Oder diese tolle Übung, die im obigen Video zu sehen ist. Der ganze Rücken und der Nacken sowie die hintere Oberschenkelmuskulatur sind dabei im Dauereinsatz!

Solcherlei Know-How und auch vieles, was Steve Maxwell mir vermitteln konnte, werde ich auch beim "Gorilla Camp" am 25. Juli bei mir im Trainingszentrum vermitteln. Denn ordentliche Griffkraft ist bei vielen oben genannten Übungen ein absolutes Muss. Bei Kettlebells, Keulen, Sandbag-Get-Ups und vor allem dem Seilklettern sind schwache Hände ein Hindernis. Wer als seinen Griff "pimpen" will, der sollte sich dieses Seminar-Highlight nicht entgehen lassen! Infos hier.

In diesem Sinne, train on,

Dominik

P.S.: Wie Steve Maxwell seinen Bauch gerne trainiert, zeige ich im nächsten Blog!

P.P.S.: Melde dich schnell beim Gorilla Camp an! Die ersten zehn Leute zahlen um 20 Prozent weniger!

Freitag, 19. Juni 2009

training time with the great Steve Maxwell







Ihr wollt einen Ex-Weltmeister im Brazilian Jiu-Jitsu live in Aktion sehen beim Training. Dann aufgepasst. Ich habe unten ein weiteres Video angehängt von einer schweren Einheit im Naturtrainingszentrum Thomasroith mit Mr. Steve Maxwell himself. And there is much more to come soon!

Bei der gestrigen Einheit war übrigens auch "Mr. Rafter Pull-up" Karl Humer mit von der Partie. Er hat uns seine Griffkraft einmal mehr bewiesen, auch Steve war begeistert. Ich durfte meine Seilkletter-Kenntnisse zeigen. Darüber gibt es in nur wenigen Wochen auch ein Killer-Buch, erstmals im deutschsprachigen Raum über dieses Mega-Oberkörperübung, die einen massiv starken Turnerkörper formt. Auch Steve Maxwell schwört Seiklettern!

Steve's Lebensgefährtin Teresa ist eine gewaltig starke Frau. Sie hat sieben Klimmzüge (!) gemacht gestern im Training, gefolgt von sieben Dips und sieben Leg raises. Wahnsinn! Ich habe viel von ihrer Technik abgeschaut und werde dies auch in meinen künftigen Seminaren weitergeben - damit auch andere Frauen ähnliche Leistungen in Zukunft vollbringen können!

Danach haben wir noch schwere Pistols gemacht. Steve nahm dabei die Hälte seines Körpergewichts als Zusatzgewicht und führte Wiederholungsserien damit aus. Auch ich und ein starker Coachie von mir, Willi (über ihn schreibe ich in Balde einen interessanten Post über seine Veränderung), haben erstaunlicher Weise in dieser einbeinigen Kniebeugenform Wiederholungen mit einer 32-Kilo-Kettlebell ausführen können! Aber ich führe es wohl auf viele Einheiten mit dem Schlitten zurück, der seit dem 1. Naturtrainings- und Kettlebellseminar im Mai mit Dr. Till Sukopp wieder Fixbestandteil in meinem Trainingsprogramm ist!

Still more to come, fight on und ein gutes Wochenende,

Euer Dominik

Dienstag, 16. Juni 2009

Hoher Besuch: Steve Maxwell in Thomasroith




Ich und die Natur hier in Thomasroith (Oberösterreich) dürfen derzeit Gastgeber für US-Trainerguru Steve Maxwell, der auch ehemaliger Weltmeister im Brazilian Jiu-Jitsu ist, und seine wunderbare Lebensgefährtin Teresa sein.

Klar, dass neben vielen Walks in den Wäldern und gutem Essen auch das Training nicht zu kurz kommt. Wir haben heute eine gewaltig harte Einheit gemacht. Ich durfte mich nach dem Seminar am Sonntag in der Fighter-Fitness-Academy in Obertshausen bei Björn Friedrich einmal mehr von der Fitness dieses 55-jährigen Kraftpakets überzeugen.

Wie dieses Workout abgelaufen ist und warum Steve genauso wie auch ich die Naturtrainings-Methoden so liebt, erzähl ich in Balde. Einige super Videos sind entstanden! More to come soon...

We are rocking the house!

Dominik

Montag, 15. Juni 2009

Naturtraining auf der Überholspur!



Ich sitz gerade mit einem Milch-Shake mit Beeren vor dem Schreibtisch und lasse das vergangene Wochenende revue passieren. Es wird mir wohl unvergesslich bleiben. Ich dürfte einige super Tage in Köln bei meinem Seminar-Partner und Freund Dr. Till Sukopp verbringen, der am Samstag ein Instruktor-Seminar für unser Kettlebell-Netzwerk www.kettlebell.eu gehalten hat. Am Sonntag folgte dann mit dem Bodyweight-Training-Seminar von US-Guru Steve Maxwell in der Fighter-Fitness-Academy von Björn Friedrich der nächste, absolute Höhepunkt! Es war absolut genial!

Mehr gibt es in Kürze weiter am Blog zu lesen. Bleibt angeschnallt und damit meine ich nicht nur das Video, dass am Sonntag bei der Anfahrt zum Maxwell-Seminar entstanden ist :-) „Driving on the fast Line“ – Naturtraining ist weiter auf der „Überholspur“!

Fight on,

Dominik

Freitag, 12. Juni 2009

Königsübungen



Ich denke, den meisten meiner Blog-Leser muss ich nicht erklären, wie wichtig ein Klimmzug im Trainingsplan ist. „I eat them for breakfast“, sagt mein US-Coach Zach Even-Esh und er hat damit absolut recht. Auch zu meinem Trainingsmenü gehört seit jeher diese mächtige Übung, die Kraft im gesamten Oberkörper gibt und die Muskulatur unnachahmlich aufbaut!

Empfehlenswert finde ich hierbei auch diesen sehr guten Artikel von Dr. Axel Gottlieb über diese Königsübung. Bitte unbedingt nach diesem Blog-Eintrag auch lesen! Einfach auf den Link klicken!

Klimmzüge in allen ihren Variationen sind es auch, die meinen Trainingspartner Karl Humer so unglaublich stark gemacht haben. Dazu zählt auch das Hangeln, eine seit Jahrtausenden dem Mensch naturgegebene Gabe der Fortbewegung. Das wir vom Affen abstammen, kommt nicht von ungefähr! Schaut selbst, wie weit fortgeschritten Karls Hangelkünste sind. Knallhartes, jahrelanges Training gingen dem voraus. Weshalb Karl und ich auch den einarmigen Klimmzug und den ungemein schwierigen „Rafter Pull-up“ beherrschen. Karl wird natürlich auch beim „Gorilla Camp“ am 25. Juli im Naturtrainingszentrum Thomasroith dabei sein. Infos und Anmeldungen kann man sich hier einholen.

Weltcup-Kletterer wie mein Power-Quest-Podcast-Partner Jürgen Reis schwören ebenfalls auf ihn. Eines seiner Programme an schweren Trainingstagen möchte ich hier kurz vorstellen. Es wird das „ABC-Klimmziehen“ (siehe Video unten) genannt.

Man macht zwei Klimmzüge, dann hält man bei einem Ellbogen-Gelenkswinkel von 20 Grad 10 Sekunden statisch (A), danach wieder zwei Klimmzüge, dann bei 90 Grad (rechter Winkel) 10 Sekunden statisch halten (B) und das gleiche nochmals bei 120 Grad (C). Ein ABC entspricht einer Serie. Diese Serie führt man solang weiter - und das geht nicht lang ;-) - bis positives Muskelversagen einsetzt. Wichtig ist: Die Hände verlassen während der Serie nie die Stange! Starke Kletterer verwenden dabei oftmals eine Gewichtsweste. Bitte dies am Anfang aber nicht tun!

Und kommt ja nicht mit der Ausrede, ihr seid zu schwer für Klimmzüge. Super-Schwergewichts-Heber Wasili Alexeew (Rus), der ein hohes dreistelliges Kilo-Gewicht auf die Waage brachte, hat ebenfalls 32 saubere Klimmzüge in einem Stück zu Wege gebracht.

Steve Maxwell schreibt, dass das Nicht-Schaffen von Klimmzügen der beste Beweis dafür ist, dass man zuviel überschüssiges Körperfett hat. Da hat er ebenfalls recht.

Und schaut euch diesen Blog-Eintrag von Zach an. Polnische Weltklasse-Gewichtheber bei der Arbeit. Auch sie trainieren neben den Haupt-Disziplinen mit dem eigenen Körpergewicht.

Viel Spaß beim Ausprobieren, Klimmziehen und Hangeln. Denn zum Affen macht man sich nur, wenn man diese Übungen nicht beherrscht!

Dominik

Dienstag, 9. Juni 2009

Die Methode der Natur




Bewegen in freier Natur, Trainieren auf natürliche und athletische Weise, die noch dazu Spaß macht – Das ist es, wozu der Mensch geboren wurde und auf das ich immer wieder hinweisen werde. Nicht, um im stickigen Fitness-Studio auf einem von Dutzenden Steppern vor einem langweiligen Fernseh-Kanal und peitschender Musik sein Dasein zu fristen und zu glauben, etwas für seine Gesundheit zu tun.

Laufen, Krabbeln, Klettern, Sprinten, Hangeln, Springen, Schwimmen in frischer Luft sind die Tätigkeiten, wo ein Mensch zur körperlichen Entfaltung kommt. Die „Methode Naturelle“, eine vom Franzosen Georges Hébert entwickelte, hochinteressante Philosophie, beeinflusst mich sehr. Aufgegriffen wurde diese fast schon in Vergessenheit geratene Methode nun von Erwan le Corre, der sie Gott sei Dank wieder lehrt! Mehr Infos findet man auf der Homepage http://www.movnat.com/. Und auch das heute bekannte „Parkours“ ist stark an diese Wurzeln angelehnt. Über Wurzeln, Stock und Stein ging es auch bei der gestrigen Einheit im Wald mit mehreren Trainingskameraden!


Mein Training ist oft auf diese Art und Weise aufgebaut und auch dieser Tage beim 3. Power-Quest-Trainingslager in Dornbirn bei meinem Kameraden und Weltcup-Kletterer Jürgen Reis kam es voll zur Entfaltung. Der Natur-Fitnessparcours am Stadtrand bot mir dazu vielfältige Möglichkeiten. Und eine Einheit wird mir neben dem Training mit dem 70-jährigen Turner Dieter David (siehe letzte Blog-Beiträge) besonders in Erinnerung bleiben. Ein Lauf in (!) der Dornbirner Ache mit dem Karate-Weltmeister von 1994, Daniel Devigili. Ich durfte mit diesem Ausnahme-Athleten, der dazu auch unzählige Staatsmeister-Titel und einen dritten EM-Rang holte, eine ungewöhnliche Konditionierungs-Einheit im Fluss mitmachen und habe es keine Sekunde bereut. Das Laufen im knöcheltiefen Wasser (siehe Bild unten) ist eine besondere Herausforderung nicht nur für den gesamten Körper, sondern auch den Geist. Man muss ständig wachsam sein und jeder Schritt sollte wohlüberlegt sein, dass er ins Ungewisse geht. Wir mussten aber auch Stellen überwinden, wo uns das Wasser bis zum Hals stand, uns über riesige Steine den Weg bannen und Dämme hochklimmen, was Ausdauer, Kraft und Koordination stärkt. Alles in allem ein Wahnsinns-Erlebnis, für dass ich Daniel danken möchte. Der vielbeschäftigte Oberstabswachtmeister im Heeresleistungszentrum im Landessportzentrum Vorarlberg gibt selbst auch immer wieder Teambuilding-Seminare und dort sein umfangreiches und fundiertes Wissen weiter. Dazu coacht er seit mehreren Jahren schon den ehemaligen Formel1-Piloten und nunmehrigen Le-Mans-Fahrer Christian Klien erfolgreich.

Viel vom Training in der Natur gebe ich auch am 25. Juli beim Seminar „Gorilla Camp“ weiter. Dort werden wir uns nicht nur mit dem Entwickeln von unmenschlicher Griffkraft beschäftigen, sondern auch die natürliche Art des Trainings näher erläutern und in der Praxis erleben!

Denn das macht wirklich Spaß und in 20 Minuten hat man mehr erledigt, wie andere in zwei Stunden in einem Gym. Frische Luft gibt’s gratis dazu!

Das wird auch einer der Kerninhalte des Bodyweight-Trainings-Seminars von US-Guru Steve Maxwell sein, das ich diesen Sonntag in Frankfurt besuche! Auch ich will mich laufend fortbilden. Leute wie ein Steve Maxwell, ein Daniel Devigili oder ein Erwan le Corre haben einen riesigen Erfahrungsschatz!

Ich werde weiter davon berichten,

In diesem Sinne,

Euer Dominik

Montag, 8. Juni 2009

Fotogalerie Seminar

Liebe Leute!

Hier eine Fotogalerie zum "1. Kettlebell- und Naturtrainingsseminar" mit mir und Dr. Till Sukopp.

Der Link ist HIER erreichbar.

Am 15. August steigt die zweite Auflage in der nähe Darmstadt (D), am 26. September gibts eine weitere Version bei mir im naturtrainingszentrum!

Das "Gorilla Camp" findet am 25. Juli statt:

Freitag, 5. Juni 2009

Eine Rohkraft-Geheimwaffe und Dan John





„Das Gehirn ist der wichtigste Muskel beim Klettern“ – Diese Aussage tätigte der Ausnahmeclimber Wolfgang Güllich einmal. Und traf es dabei fast auf den Punkt. Aber nur fast. Denn der leider viel zu früh bei einem tragischen Autounfall verstorbene Deutsche wusste auch, dass alle anderen Muskeln enorm wichtig waren, wenn man erfolgreich an der Wand sein wollte – ein Beweis dafür ist nicht zuletzt das ganz unten am Blog-Ende gezeigte Foto, dass einen Güllich in bodybuilding-verdächtiger Form zeigt. Eine Trainingsart, die er populärer machte und die auch Nicht-Kletterern gewaltige Zuwächse an Oberkörper-Rohkraft bringt, ist das Campusboard. Wolfgang Güllich und sein Kletter-Kumpane Kurt Albert hatten als erste ein derartiges Trainingsbrett im namensgebenden Fitnesscenter „Campus“ in Erlangen benutzt. Und die Fotos in der Vorbereitung für „Action Directe“, eine bis dahin für unmöglich zu klettern erklärte Route, machten das Campusboard dann weltweit bekannt. Güllich trainierte auf den schmalen Holzleisten, wo nur das erste Fingerglied Halt findet, oft auch einfingrig! Was für Kraft dafür nötig ist, braucht man glaub ich nicht näher erklären!



Ein solches Board nützt auch mein langjähriger Kamerad und Podcast-Partner von http://www.power-quest.cc/, der Weltcup-Kletterer Jürgen Reis zur speziellen Entwicklung starker Finger und explosiver Körperkraft. Es hängt im Landessportzentrum Vorarlberg in Dornbirn. Ich habe das Campusboard erstmals vor eineinhalb Jahren bei meinem ersten Trainingslager-Besuch im „Ländle“ selbst ausprobieren dürfen und habe mich sofort in dieses gewaltige Tool verliebt.

Nun durfte ich ihn beim „3. Power-Quest Trainingslager“ erstmals bei seiner Arbeit filmen!
Einheiten darauf sind aber alles andere als ein Zuckerschlecken. Nur mit System und Bedachtheit sowie absoluter Fokussierung ist es möglich, dieses erfolgreich zu bewältigen. Pump-Aktionen und Juxerei sind bei einem solchen Brett nicht erlaubt. Was auch im Video eindrucksvoll zu sehen ist. Jürgen Reis lässt sich bei solchen Einheiten auf keine Spielereien ein, konzentriert geht er ans Werk – knallharte, schnelle Action. Clarence Bass, der auch mit über 70 Jahren noch fitte US-Fitness-Guru, hat Jürgen ebenfalls schon einmal bei einer dieser Einheiten zugeschaut und dann in einem seiner zahlreichen Bücher sogar davon berichtet. „Jürgens Performance am Campusboard waren für mich eine der größten Leistungen in Bezug auf Oberkörper-Kraft, die bisher je gesehen habe“, schrieb Bass damals. Jürgen nimmt im Video sogar noch eine 15 kg schwere Gewichtsweste – Brutal. Denn Blei ist Gewicht, dass nicht mitwirkt, wenn es hochgezogen werden will.

Danach war aber nicht den restlichen Tag Sendepause. Jürgen hat die Einheit um 6.30 Uhr durchgezogen, danach ist er in die Kletterhalle K1 in Dornbirn weiter gejoggt. Dort standen weitere drei Stunden Quality-Training am Programm. An weltcuptauglichen Routen, die Jürgens Kollege, der starke Speed-Kletterer Mark Amann, knifflig gesetzt hat. Jürgen gelang dort by the way am Donnerstag ein neuer Rekord. Gut, dass ich das gefilmt habe (dieses Video gibt es ebenfalls in Kürze zu sehen in der Fortsetzungs-Story vom Trainingslager).

Ich habe mir vor einigen Monaten mit Hilfe meines verlässlichen und ebenfalls griffkräftigem Trainingskameraden Karl Humer selbst ein Campusboard erbaut. Es hat mich wie so viele Sachen in meinem Naturtrainingszentrum keinen Cent gekostet. Nur etwas Arbeit und Kreativität! Hergeben würde ich es nicht mehr. Der einarmige Klimmzug fällt mir seither noch viel leichter und auch beim Seilklettern merke ich deutlich mehr Explosivität. Starke Finger und Arme sind auch etwa beim Kettlebell-Training mit hohen Wiederholungen (Snatches, Swings,..) unerlässlich. Das Campusboard formt dabei Finger aus Stahl! Aber es ist kein Spielgerät. Schon einige haben sich bei mir an diesen unscheinbaren Brett versucht und haben schnell gemerkt, dass solche Kunststücke, wie Jürgen sie im Video vollführt, nicht von Vornherein einfach von der Hand gehen. Wie viele andere Dinge im Krafttraining eben auch!

Wer Interesse an Griffkraft hat, die einem das Händeschütteln in Zukunft oft erspart, sollte sich für mein „Gorilla Camp“ am 25. Juli hier in Thomasroith anmelden. Auch dort werden wir unter anderem das Campusboard, meine absolute Geheimwaffe für unmenschliche Griffkraft, austesten. Nebenbei macht dieses Training trotz hoher Anstrengung viel Spaß!

Das garantiere ich, HANDS ON,

Euer Dominik



P.S.: Wollt ihr einen starken und genauso weisen Mann hören. Ich hatte vor kurzem die Ehre, mit Dan John ein Interview für http://www.power-quest.cc/ zu führen. Vor wenigen Tagen wurde es nun auf unserer Plattform veröffentlicht!

Dan John ist einer der absoluten Größen im amerikanischen strength&conditioning-Field und ein prima, netter Kerl obendrein. Auf seiner Homepage http://www.danjohn.org/ gibt es Menge Downloads und das noch dazu gratis, etwa auch sein gewaltig gutes Buch „From the Ground up“, das ich jedem ans Herz lege. Ein Wahnsinns-Werk! Sein „Get-Up-Newsletter“ ist obendrein ein Hit.

Dan hat nun aber auch ein weiteres Buch veröffentlicht mit dem Namen „Never let go“. Es ist vor wenigen Tagen rausgekommen, ich habe mir sogleich eines bestellt! Es ist hier erhältlich! Ich halte meines mittlerweile in den Händen und lass es so schnell nicht mehr aus.

Hört euch diesen Mann an, er hat einiges zu sagen und spricht aus Erfahrung. Im Gegensatz zu vielen selbsternannten Gurus oder Möchtegern-Experten hat dieser Coach jahrzehntelange Praxis auf dem Buckel und selbst tolle, sportliche Leistungen erbracht auf dem Gebiet des Olympischen Gewichthebens, Highland-Games und der Leichtathletik.

Ich bin stolz auf dieses Interview und es hat auch Dan Riesenspaß gemacht, wie er mir versichert hat.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Auch Kenianer lieben Reifen



Ein kleiner aber sehr netter Nachtrag zu meinen vorangegangenen Blog über den bulgarischen Trainingssack!

Wie ich nun in einem alten Buch - ja ich lese und recherchiere sehr sehr gerne für diesen Blog - sehen durfte, lieben auch die kenianischen Spitzenläufer seit Jahren den Reifen als Trainingsgerät (siehe Bild oben!). Das liegt wohl an der fehlenden finanziellen Grundlage für andere, teurere Geräte. Aber vielleicht wollen sie diese auch gar nicht. Denn mit derartigem Low-Budget-Training lassen sich Weltrekorde erzielen, wie sie schon oft bewiesen haben. Die Keniaten machen mit dem Trainingssack hohe Wiederholungen bei Kniebeugen machen und ziehen Reifen gerne bergauf steht im Buch, das den Namen "Der Sprung durch den Spiegel" trägt!

In diesem Sinne, einem Training dieser Art sollte man vielleicht in Zukunft größeren Stellenwert einräumen,

Dominik, der nach wie vor im knallharten Trainingslager in Vorarlberg schwitzt und heute mit einem Karate-Weltmeister unterwegs war. Mehr dazu in Kürze!

Dienstag, 2. Juni 2009

Never give up – Unglaubliche Fitness mit 70!





Mittlerweile bin ich 28 Stunden beim 3. Power-Quest-Trainingslager in Dornbirn zugegen und habe innerhalb dieser Zeit sage und schreibe vier schwere Trainingseinheiten mit Weltcup-Kletterer Jürgen Reis, Lukas Fässler und einigen anderen hochkarätigen Trainingspartnern hinter mir. Und einer dieser tollen Leute möchte ich hier näher vorstellen, da er meinen allerhöchsten Respekt verdient. Dieter David ist ein Vorbild und Ansporn für jeden, der im Alter körperlich und geistig auf höchster Ebene fit bleiben will. Der Dornbirner ist heuer am 3. April 70 Jahre alt geworden. „Man ist nur so alt, wie man sich fühlt“ - dieser Spruch vom „Godfather of Fitness“, Jack LaLanne, bewahrheitet sich wohl nirgends so sehr wie in Personen von einem Schlag wie es Dieter eine ist.

Sein Podcast-Interview auf www.power-quest.cc (Nummer 96) hat mich schon bis auf die letzten Haarspitzen motiviert und nun durfte ich mich auch in der „real world“ von seinem Können und seiner unglaublichen Fitness überzeugen. Ich hatte die Ehre, mit Dieter im Landessportzentrum Vorarlberg in der hochmodernen Turnhalle zu trainieren und werde es so schnell nicht vergessen, was ich dort alles lernen durfte von einem, der auch mein Großvater sein könnte. Doch in der Turnhalle wird Dieter zum Kind. Ob Barren, Boden, Reck oder Ringe – überall beweist er nach wie vor Können auf allerhöchster Ebene. Überzeugen kann man sich davon in den beiden Videos oben. Für mich verdient diese Ausdauer die Goldmedaille. Davon hat er in seiner schon langen Karriere bereits genug bei diversen internationalen und nationalen Turnfesten bekommen. Doch ich glaube seine größten Siege feiert er jede Woche aufs Neue, wenn er die Turnhalle betritt und seinen Körper in unnachahmlicher Weise bewegt!

Wer diese Bilder sieht, wird sich vielleicht selbst auch an der Nase nehmen können. Zu oft verhindern Ausreden, dass man ein Training auslässt oder später ins Bett geht, als es sich für einen Vollblut-Athleten eigentlich gehört. Dieter ist ein Beispiel dafür, dass es keine Ausreden gibt. Er hätte schon oft seine Reckriemen abgeben können, doch dieser 70-Jährige will weiter seiner Leidenschaft nachgehen. Es hält ihn fit und am Leben und ich ziehe davor meinen Hut.

Danke Dieter für diese lehrreichen Stunden in Vorarlberg, ich werde sie nicht vergessen,

Dominik