Montag, 5. Januar 2009

Regeneration



„Regeneration ist eine eigene Trainingseinheit“

So drastisch formulierte der bulgarische Gewichtheber-Meistertrainer Abadjiev einmal seine Meinung zu diesem Thema. Bei dem Volumen, dass seine Athleten zu bewältigen hatten, auch kein Wunder. Doch er hat absolut recht. Auch ich experimentiere derzeit mit höheren Trainingsumfängen und habe gemerkt, dass die Regeneration daraufhin beinahe so wichtig ist wie die Einheiten selbst. Denn der Körper ist mit dem harten Training am Limit, noch dazu, wo ich fast alle meine Einheiten im Freien durchziehe. Und auf Spannung braucht es bekanntlich natürlich auch Entspannung, um im Gleichgewicht zu bleiben! Hier meine beliebtesten regenerativen Maßnahmen:

Sauna: Ich bin seit langem ein leidenschaftlicher Fan der „warmen Räumlichkeiten“. Ein- bis zweimal in der Woche steht bei mir ein Saunagang am Programm. Für mich persönlich gibt es keine bessere Maßnahme gegen müde Knochen und Muskelkater. Dazu stärkt es das Immunsystem. Ich meide aber zu heiße Aufgüsse, denn das belastet nur unnötig den Kreislauf. Während der kalten Jahreszeit reibe ich mich nach dem Saunagang mit Schnee ein, ein herrliches Gefühl.

Basenbad: Der ehemalige österreichische Langlauf-Nationaltrainer Anton Hierschläger brachte mich auf diese regenerative Maßnahme. Einmal in der Woche genehmige ich ein Bad, das den Körper entsäuert und den Säuren-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht bringt. Ich bevorzuge den Badezusatz von Dr. Ewald Töth, den es im Reformhaus zu kaufen gibt. Wichtig: Mindestens eine halbe Stunde in der Wanne bleiben. Nach meinem 120-Kilometer-Marsch heuer im Sommer war das meine Rettung. Ich war schnell wieder auf den (lädierten) Beinen.

Heiß-Kalt-Duschen: Der Wechsel von warm und kalt bringt den Kreislauf in Schwung, steigert die Durchblutung. Machen viele Gewichtheber regelmäßig! Außerdem empfehlenswert und wohltuend: eine Abreibung mit einer Massage-Bürste oder einem Massage-Handschuh.

Spaziergänge: Aktive Regeneration ist ein absolut wichtiger Bestandteil meines Tagesablaufs. Ich mache fast jeden Tag einen lockeren, etwa 20-minütigen Spaziergang. Meist in der Früh aber auch nach schweren Trainingseinheiten. Das bringt die Durchblutung in Gang, Schlacken und Schadstoffe werden schneller abtransportiert!

Die Regeneration wird leider aber in den nächsten Tagen zu kurz kommen – aber das aus gutem Grund :-) Ich begebe mich nun Mittwoch mit Weltcup-Sportkletterer Jürgen Reis in die USA, erste Station ist New York. Dort werde ich unter anderem bei Zach Even-Esh (underground strength coach) und Westside-Powerlifter AJ Roberts trainieren. Danach geht es weiter weiter nach Los Angeles. Auch dort bleibe ich nicht untätig. Neben Stadtbesichtigung stehen auch Treffen mit Pavel Tsatsouline („Mr. Kettlebell“), Ori Hofmekler („Mr. Warrior Diet“), Mike Burgener (legendary olympic weightlifting coach), Günther Schlierkamp (star bodybuilder) am Programm. Riesenfreu :-)

WICHTIG: Anmeldungen für das 2. Naturtrainingseminar am 14. Februar(Samstag) werden ab sofort entgegen genommen. Wer Interesse hat, soll mir einfach eine Mail auf d.feischl@nachrichten.at lassen!
Der Bericht eines Teilnehmers ist hier zu lesen: www.strongbodyandmind.de/archives/57

Nun denn, ich wünsch gutes Training und viel Gesundheit im Neuen Jahr, Glück Auf,

Dominik

1 Kommentar:

Simon Voggeneder hat gesagt…

Servus Dominik!

Klasse Beitrag zum Thema Regeneration. Mit dem Saunieren habe ich weniger Erfahrung (nur eine Woche mit etwas mehr Saunagängen) und von den Basenbädern wusste ich bislang gar nichts.

Genau zu diesen stellt sich für mich die Frage, warum man den Säure/Basen-Haushalt mit einem Bad ausgleichen muss - sollte das nicht vielmehr die Aufgabe der Ernährung sein, kein zu saures Milieu im Körper entstehen zu lassen? Grünes Gemüse und Salate wirken stark alkalisch - eine Option, es gar nicht so weit kommen zu lassen?

Das Heiß/Kalt-Duschen ist eine nicht immer angenehme Erfahrung, aber regt den Körper tatsächlich an - wie man an der öfter krebsroten Hautfarbe danach erkennen kann - das Unterhautgewebe ist stark durchblutet.

Spaziergänge gehören zum Standardrepertoire meinerseits. Ich kann es wirklich nur jedem Leser ans Herz legen, sich jeden Tag dafür ein wenig Zeit zu nehmen. Frische Luft und lockere Durchblutungsförderung für den Körper sind es einfach wert - man kann die Spaziergänge - wie ich es gerne mache - natürlich auch durch Musik im Ohr auffetten - oder gleich zu Power-Quest.cc-Podcasts greifen.

Ich wünsche euch beiden viel Spaß und Trainingserfolg in den USA. Lasst es euch im Kämpfer-Stil gut gehen und bringt zahlreiche Erfahrungen in Wort, Bild und auch Ton mit.

Liebe Grüße
Simon