Montag, 24. November 2008

Coldplay - Training im Freien in der Winterzeit

Der erste Schnee ist gefallen, die Temperaturen sinken unter die Null-Grad-Grenze. Nicht unbedingt das optimale Wetter, um draussen zu trainieren wird so mancher sagen. Ich behaupte Gegenteiliges. Ich ziehe meine Einheiten weiter im Freien beziehungsweise meiner nicht klimatisierten Kraftkammer durch, weil:

- frische Luft durch nichts zu ersetzen ist
- mir trotz fehlender Heizung nicht kalt wird
- meine Übungen noch effektiver werden

Dabei halte ich mich an das Motto von Dan John. Der beschrieb das Training in seiner ungeheizten Garage während der Winterzeit in knappen Worten: „Go heavy, go home!“. Genau das trifft es auf den Punkt. Wenn die Tage kürzer werden und sich das Eisen noch kälter anfühlt als die Außentemperaturen, dann ist es Zeit, sein Training schnell und effektiv durchzuziehen. Für Pumpereien oder sonstige Tests bleibt keine Zeit. Gutes aber zügiges Aufwärmen davor ist natürlich Pflicht. Aber auch dort empfehle ich die schnelle Methode. Sprich fünf Minuten intensives Seilhüpfen oder ein ansteigender Tempolauf über einige Minuten. Und dann ran ans Eingemachte! Hier ist die richtige Übungswahl von entscheidender Bedeutung. Keine Isolations-Übungen (wie bei mir auch sonst das ganze Jahr), sondern schwere Grundübungen sind das Maß der Dinge. Sehr empfehlenswert sind Sachen, wo der Kreislauf ordentlich auf Touren kommt. Sprich Kettlebell-Swings, olympische Gewichtheber-Übungen wie den Clean oder den Snatch sowie die Klassiker Kreuzheben oder Kniebeugen. Die Pausen zwischen den Sätzen halte ich dabei kurz, meist kombiniere ich sogar mehrere Übungen in einer Art Supersatz. Denn zu lange Stehzeiten sind in der Kälte absolut zu vermeiden. Während ich im Sommer oft nach dem upper-body und lower-body-split vorgehe, nehme ich im Winter meist den ganzen Körper in einem aufs Korn.

Wichtig ist bei Training im Freien die angemessene Kleidung! Dabei ist das Zwiebelschicht-Prinzip das meiner Meinung nach am besten bewährteste, das Unterleibchen sollte wenn möglich schweißtransparent sein. Denn ins Schwitzen kommt man auch in der Kälte ordentlich! Haube und bei extremer Kälte eine Gesichtsmaske sind natürlich ebenfalls Pflicht!

Meine Einheiten während der kalten Jahreszeit schauen oftmals so aus:

1. Beispiel:
- Aufwärmen Seilspringen 5 Minuten
- Klimmzüge 3x15 gefolgt von Ring-Dips 3x15
- Seilklettern 5x1 gefolgt von Kniebeugen mit dem Sandsack 5x15
- Sprints gefolgt von Hürdensprüngen 5x1

2. Beispiel:
- Aufwärmen Tempolauf
- hang clean 5x5 gefolgt von Kettlebell Row 5x8
- hang snatch 5x5
- Frontkniebeugen 5x5
- Schlittenziehen 3x1 (zu sehen unten anbei im Video)

Einem Training in freier Natur und das auch im Winter steht deshalb nichts im Wege. Ich trainiere seit mittlerweile 8 Jahren in ungeheizten Räumen oder in der frischen Luft und hatte noch kein einziges gesundheitliche Probleme deswegen. Wichtig ist einfach die richtige Taktik, die richtige Übungswahl und entsprechende Kleidung und Motivation! Dann kann nichts schief gehen! Viel Spaß wünscht euch,

Dominik

P.S.: Teilt mir ruhig via Kommentar-Option eure Erfahrungen mit dem Wintertraining mit!

Samstag, 15. November 2008

Unkooperativ macht STARK!

Wer richtig stark werden will, sollte das Jahrhunderte alte Rezept früherer Strongmen einmal probieren. Damals waren Hanteln, geschweige denn Maschinen im Training Mangelware. Creatin, Whey Protein, Super-Krealkyn Pulver oder sonstige werbewirksame Supplemente gab es ebenfalls nicht. Dennoch waren diese Leute oft unglaublich kräftig und viel stärker als viele Athleten heute!

Eines der größten Erfolgsgeheimnisse damals: Das Training mit "unkooperativen Trainingsmitteln". Hanteln wurden zum Gewichteheben konstruiert, ein Stein oder ein Baumstamm oder ein Sandsack dagegen nicht. Umso schwerer und unhandlicher sind diese "Naturgewichte" zu bewältigen. Wer jemals schon einen 60 Kilo schweren Sandsack vom Boden auf Brusthöhe gehievt und dann überkopf gedrückt hat, kann bestätigen, dass dies um ein Vielfaches schwerer ist als etwa mit einer Hantel. Der gesamte Körper ist im Einsatz und muss zusammenspielen, vor allem aber auch der Griff und die kleinen, stabilisierenden Muskeln bekommen ihr Fett ab! Das macht dieses Training so funktionell für die alltäglichen Herausforderungen des Lebens.

Wir hier im Strongman-Trainingszentrum trainieren regelmäßig mit derartigen unkooperativen Objekten. Die Resultate können sich sehen lassen und sind denen in einem herkömmlichen Fitness-Studio um ein Vielfaches überlegen.

Beim Naturtrainings-Seminar am 20. Dezember werde ich Interessierte genau in diese Methoden einweihen. Weil es absolut effektives Training ist. Stärker macht. Und dazu nichts kostet. Steine oder Baumstämme sind vielleicht nicht zum Heben geschaffen. Aber sie sind gratis in der Natur zu finden.

Wer Interesse am Seminar bekommen hat und außergewöhnliches Training liebt bzw. lieben lernen will, sollte sich bei mir anmelden (Email: d.feischl@nachrichten.at). Es sind nur mehr wenige Plätze frei!

Sonntag, 9. November 2008

Zum Affen machen

Ich mache mich regelmässig und gerne zum Affen. Elegant von Liane zu Liane hangeln, dass kann nämlich nicht nur diese Tier-Spezies. Es gibt auch für den Menschen kein annähernd besseres Mittel, um den Oberkörper funktionell zu stärken. Viele Top-Sportkletterer schätzen schon lange die Vorzüge des regelmässigen Hangelns.

Manch einer erinnert sich sicher an seine Kindheit zurück, wie er unzählige Male das Klettergerüst am Spielplatz vor- und zurückgeklettert ist und seine Freude daran gehabt hat. Ich wollte wieder Kind sein und habe mir deswegen ein eigenes Hangelgerüst gebaut. Auch mein Trainingskamerad Charly, der seit einem Arbeitsunfall mit einer Unterschenkel-Prothese sein Auskommen finden muss, hat vor seinem Haus eine simple aber hocheffektive Anlage mit einer Leiter errichtet. Jeden Tag und das oft mehrmals zieht der eiserne Kämpfer dort kurze Einheiten ab.

Übrigens: Seit wir regelmässig hangeln, sind auch unsere Leistungen bei Zug-Übungen wie Klimmzügen und Seilklettern rapide in die Höhe gegangen. Ein mehr als angenehmer Nebeneffekt!

Kennenlernen und ausprobieren kann man das Hangeltraining übrigens auch am 20. Dezember. Diesen Termin unbedingt im Kalender vormerken. Dann findet das erste "Naturtraining Boot Camp" in den winterlichen Gefilden des oberösterreichischen Hausruckwaldes statt. Und Hangeln steht da natürlich auch als Fixpunkt am Programm!




Donnerstag, 6. November 2008

Körperliche Arbeit = Training

Ich habe meinen Großvater miterlebt, wie er zwei etwa 40 Kilogramm schwere Hafersäcke – jeden zuvor alleine auf eine Schulter umgesetzt - ohne Probleme auf einen Anhänger gehievt hat. Ich habe gesehen, wie er hohe Bäume ohne jedwede Sicherung hinaufgeklettert ist, um von oben nach unten zu entasten und das alles nicht mit einer Motorsäge sondern mit einer Axt. Ich habe gesehen, wie er stundenlang schwere, nasse Grasbüschel mit einer Gabel auf den Heuspeicher geworfen hat, die er vorher mit der Sense zeitig in der Früh geschnitten hat. Was das mit Training zu tun hat? Sehr sehr viel sogar. Solche Art von Tätigkeit hat meiner Meinung nach einen oft besseren Effekt auf die Allgemeinfitness denn jedes noch so ausgeklügelte Trainingssystem. Wer über Stunden Leistung bringen kann, ist auch für den normalen Alltag mehr als gerüstet. Früher haben die meisten Leute ähnlich gearbeitet. Fettleibigkeit und sonstige Probleme waren um ein Vielfaches weniger als heutzutage anzutreffen.

Ich habe letzte Woche mit einem Freund von mir, den ich seit ein paar Wochen coache, das erste Mal Kreuzheben trainiert. Er hat auf Anhieb 130 Kilogramm gezogen und das gleich dreimal. Es gibt nur absolut wenige Trainierer, die dies das erste Mal zustande bringen. Warum er das geschafft hat? Weil er als Dachdecker tagtäglich schwere, körperliche Arbeit verrichten muss.

Doch dieses „Arbeitstraining“ resultiert nicht nur in Kraftvergrößerung, sondern zeigt sich auch körperlich. Mein Großvater war kein 100-Kilo-Bodybuilder, sondern eine drahtige, kleine Gestalt. Aber er hatte Unterarme, aus denen die Adern hervorquollen und einen Rücken, um den ihn viele Schwimmer oder Turner wohl beneiden würden. Dazu kein Gramm Fett am Körper.

Dass alles war für mich auch eine Intention, heuer im Sommer auf einem Bergbauernhof in Tirol zu arbeiten. Ich wollte neben der Natur auch die Arbeit „genießen“. Und ich bin belohnt worden. Selten zuvor habe ich soviel Kraft geschöpft. Und ich nutze auch jetzt jede Gelegenheit, die sich bietet, um irgendwo körperlich mitzuarbeiten. Sei es bei einer Bekannten, wo ich im September mehrere Tage in meinem Urlaub stundenlang Erde geschaufelt habe. Oder gestern am Sportplatz vom Wind gefällte Bäume zerkleinert und in den Unterstand transportiert habe (siehe Videos unten). Es gibt kein besseres Training für mich. Und jeder der dem Film Rocky IV kennt, sieht auch Sylvester Stallone diese Art von Training im kalten Winter Sibiriens durchführen. Es wird seinen Grund gehabt haben.



Eine vertiefende Diskussion zu diesem Thema gibt es auch auf meiner Podcast-Plattform www.power-quest.cc auf Podcast 98 zu hören.

Also beim nächsten Arbeitseinsatz, zu dem der Vater oder Onkel etwa auf der Baustelle bitten, nicht Murren, sondern hinhalten. Nothing is better for raw real-life-strength!

Dominik

Mittwoch, 5. November 2008

Trainings-Compilation

Ich habe mit einem Trainingskameraden vor wenigen Tagen mal eine kleine Trainings-Compilation erstellt. Zu sehen hier: