Donnerstag, 30. Oktober 2008

Stiegentraining

Jeder, der bisher achtlos Stiegen hinauf- und hinabgestiegen ist, wird vielleicht nach Lesen dieses Blog-Eintrags etwas ändern. Stufen können nämlich noch gemeiner sein, als bisher angenommen :-) Und deshalb in jedes Trainingsprogramm mehr als effektiv eingebaut werden. Warum, das erkläre ich nun in einigen Beispielen. Wer schon bisher beim Stufen-Erklimmen ins Schwitzen gekommen ist, dem wird vermutlich noch ein bisschen heißer. Doch ohne Schweiß kein Preis.

Shaolin-Totur: Die fernöstlichen Kampfkunst-Experten schwärmen seit Jahrtausenden auf die Kraft der Stiegen. Sie bezwingen diese aber nicht auf zwei Füßen, sondern setzen alle vier Extremitäten ein. Kopfüber eine Stiege runtermarschieren fordert den ganzen Körper. Vor allem aber Schulter-, Arm- und Rückenmuskulatur, dazu die Hüfte und der Bauch als Stabilisatoren. Doch wie sagte schon der amerikanische Coach Zach Even-Esh einmal: „Wenn wir nur fünf Prozent des Tages auf unseren Händen marschieren würden, wären wir unmenschlich stark.“ Dazu kommt noch eine Steigerungsidee der Diesel Crew, die ihre Athleten auch die Stiegen wieder hinauf in dieser Tonart gehen lässt. Das fordert den Körper bis aufs Letzte. Ich habe davon ein Video gemacht:




Schlepperwesen: Wer viel Gewicht über Distanzen tragen kann, ist zwangsläufig stark. Dazu ist dieses Training funktionell. Ich erinnere mich noch zurück, als ich bei meinem Großvater am Bauernhof immer im Kornspeicher arbeiten mithalf und wir die schweren Kornsäcke zum Anhänger runtertragen mussten. Am nächsten Tag bin ich mit Muskelkater am ganzen Körper aufgewacht. Auch Kettlebells eignen sich hervorragend für „Schlepperaktionen“ auf Stiegen. Damit können gemeinerweise auch Kniebeugen noch mit eingebaut werden. Zu sehen hier





Hüpfburg: Das Sprungtraining, falls richtig und sauber ausgeführt, jedem Athleten zu mehr Explosivität verhilft, sollte hinläufig bekannt sein. Was eignet sich dafür mehr als Stiegen. Damit kann die Belastungsintensität optimal geregelt werden. Die Muskulatur wird durch den schnellen Streck-Reflex, des wiederholten Springens und Landens, gestärkt. Der russische Gewichtheber-Olympiasieger Gennady Ivanchenko etwa machte vor seinem Haupttraining immer 100 Sprünge über Hürden oder eben Stiegen.

Das sind nur einige Gründe, warum ich Stiegen so liebe. Denn nicht nur die Muskeln des Körpers sind bei diesem Training im dreidimensionalen Raum schwerstens gefordert. Auch der Puls geht in kürzester Zeit hoch, das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Und was es vor allem noch feiner macht: Schinden auf Stufen kostet keinen Groschen Geld, dazu ist man an der frischen Luft. Kraftsport-Herz, was willst du mehr. Dem sollten auch die ungläubigen Blicke der Nachbarn keinen Abbruch tun.

Viel Spaß mit einer Einheit auf Stiegen wünscht,

Dominik

P.S.: In Kürze wird hier auf diesem Blog eine Ausschreibung zum „1. Naturtraining Boot Camp“ zu finden sein. Klar, dass auch Stiegen bei diesem außergewöhnlichen Seminar ihren Platz finden werden. Wir wollen es uns ja schließlich nicht leicht machen :-)

P.P.S.: Unbedingt mal auf http://www.power-quest.cc/ auch vorbeischauen. Laufend neue Podcasts mit Größen der Kraftsport- und Bodybuilding-Welt. Bald ist dort einer der weltbekanntesten Trainer zu hören. Seid gespannt!